2008.03.08 Neuss : Deutsche Medaillenhoffnungen souverän im Finale

Ariane Friedrich, Christina Schwanitz und Tim Lobinger haben bei der Hallen-EM problemlos ihre Vorkämpfe bestritten. 60m-Hürden-Läufer Thomas Blaschek verpasste knapp das Podest.

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Tim Lobinger

Drei deutsche Leichtathleten dürfen sich beim Finale der Hallen-WM am Sonntag im spanischen Valencia berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen. Tim Lobinger (München/5,70m) blieb fünf Jahre nach seinem WM-Titel als einziger Stabhochspringer in der Qualifikation ohne Fehlversuch. Im Hochsprung trotzte die leicht an der Wirbelsäule verletzte Weltranglisten-Zweite Ariane Friedrich (Frankfurt) ihrer Angst beim 1,96-m-Sprung in Runde eins und im Kugelstoßen war auf dem Weg ins Finale nur eine besser als Christina Schwanitz (Neckarsulm) mit ihren 18,97m.

Vor erneut 10.000 Zuschauern am vorletzten Tag erfüllte sich für den Freiluft-EM-Zweiten Thomas Blaschek (Leipzig) mit Platz fünf über 60m Hürden (7,64) die heimliche Medaillenhoffnung nicht.

Drittes Hallen-Gold für Issinbajewa

Im Stab-Finale war für Anna Battke (Mainz) nur Rang acht mit 4,45m möglich. Beide zählten zu den letztlich sieben Finalisten im 16-köpfigen Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), der sechs Ausfälle in Runde eins bilanzierte und Medaillen von vornherein nur am Schlusstag erwarten durfte. Dann ist außer den drei Hoffnungen nur noch Arne Gabius (Tübingen) über 3000m am Start.

Der Weltrekordtraum erfüllte sich für Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa (Russland) nicht, die nur 4,75m meisterte und damit ihr drittes Hallen-WM-Gold holte. Ebenfalls das dritte Gold gewann Äthiopiens Olympiasiegerin Meseret Defar über 3000m (8:38,79). Zum Freiluft-Titel gewann die Kubanerin Yargelis Savigne im Dreisprung mit 15,05m nun auch das Gold unter dem Dach. Nach der Achillessehnenverletzung von Schwedens Weltrekordlerin Susanna Kallur siegte Lolo Jones (USA/7,80) über 60m Hürden.

Dafür gewann Stefan Holm für Schweden im Hochsprung mit 2,36m seinen vierten WM-Titel in der Halle. Im Weitsprung gab es Gold für Godfrey Mokoena aus Südafrika (8,08), über 1500m für Daniel Kipchirchir Komen (Kenia/3:38,54).

Über 60m Hürden triumphierte Chinas Olympiasieger Xiang Liu auch ohne große Hallenpraxis in 7,46 Sekunden. Allerdings war Kubas Favorit Dayron Robles, der in Düsseldorf fast Weltrekord gelaufen war, im Glauben an einen Fehlstart im Vorlauf gescheitert.

Lobinger will "Ehre der deutschen Stabhochspringer retten"

"Auch wegen der langen Hallensaison wollte ich Kraft sparen, setzte auf nur zwei Versuche bei 5,55 und 5,70m. Das war hohes Risiko", meinte Lobinger, der nach 2003 nun den zweiten WM-Titel in der Halle anstrebt. "Ich will am Sonntag die Ehre der deutschen Stabhochspringer retten", meinte der 35-Jährige. Kurz zuvor war Fabian Schulze (Kornwestheim/Ludwigsburg) als Ersatzmann für den am Rücken verletzten Hallen-Europameister Danny Ecker (Leverkusen) an seiner Anfangshöhe von 5,45m gescheitert.

Ariane Friedrich gehörte in der Qualifikation zu jenen vier Springerinnen, die 1,9m im ersten Versuch schafften - wie Kroatiens Weltmeisterin Blanka Vlasic und Russlands Olympiasiegerin Jelena Slessarenko. "Ich bin am Anfang gesprungen wie ein Kind, weil ich nach der Wirbelprellung zehn Tage zuvor in Weinheim Angst vor dem Schmerz hatte. Am Ende habe ich es dann riskiert und ein bisschen was gemerkt", meinte die 24-Jährige.

Christina Schwanitz übertraf auf Anhieb die geforderten 18,45m. "Nachdem am Freitag etliche unserer Athleten ausgeschieden waren, hatte ich kein gutes Gefühl und habe mich deshalb länger als sonst eingestoßen", meinte die Weltranglisten-Dritte, deren Teamkameradin Denise Hinrichs (Wattenscheid) mit 18,25m knapp das Finale verpasste. Weiter als Schwanitz stieß mit 19,72m nur Neuseelands Freiluft-Weltmeisterin Valeri Vili.