2008.03.08 Neuss : Werder Bremen bei Meister Stuttgart unter Zugzwang

Am 23. Bundesliga-Spieltag muss Werder gewinnen, um nicht alle Titelträume innerhalb von zwei Tagen nahezu platzen zu lassen. Schalke hofft mit neuen Selbstvertrauen auf die Wende.

bto
Jurica Vranjes (r.) im Duell mit Antonio da Silva

Ottmar Hitzfeld will seinen 150. Bundesliga-Sieg als Trainer beim Rekordmeister Bayern München einfahren, Schalke-Coach Mirko Slomka nach dem Einzug in das Viertelfinale der Champions League nun in der Liga in die Erfolgsspur zurückkehren und "Flutschfinger" Tim Wiese mit Werder Bremen nach der unnötigen UEFA-Cup-Pleite bei den Glasgow Rangers beim deutschen Meister VfB Stuttgart Wiedergutmachung betreiben.

Die Norddeutschen sind heute (15.30 Uhr/live bei Premiere) bei den Schwaben nach dem K.o. im DFB-Pokal und dem drohenden Aus im UEFA-Cup bereits zum Siegen verdammt, um nicht alle Titelchancen in der laufenden Saison zu verspielen. Allerdings muss Werder erneut auf den gesperrten Brasilianer Diego verzichten und ist somit seines Herzstücks im Mittelfeld beraubt.

"Das ist eine schwierige Situation, aber die Spieler müssen sich jetzt zusammenreißen. Es gibt ja schließlich nicht die Alternative, einfach nicht anzutreten", meinte Bremens Manager Klaus Allofs, da Werder bereits weniger als 48 Stunden nach dem schwachen Europapokal-Auftritt wieder in der Bundesliga auflaufen muss. "Wir wären natürlich lieber mit einem Erfolgserlebnis nach Stuttgart gereist", meinte auch Kapitän Frank Baumann.

Tim Wiese lässt sich nicht beirren

Glücklich, dass so schnell wieder gespielt wird, ist Bremens Torwart Wiese. Nach seinen beiden haarsträubenden Patzern beim 0:2 in Glasgow steht der exzentrische Schlussmann schwer in der Kritik. "Dumm gelaufen, an diesem Abend sollte es einfach nicht sein. Diesmal war alles scheiße, aber da muss man eben durch", meinte der frühere Lauterer.

Allerdings zählt am Samstag im Gottlieb-Daimler-Stadion auch für Meister-Trainer Armin Veh nur ein "Dreier". Dabei ruhen die Hoffnungen der Schwaben vor allem auf Nationalstürmer Mario Gomez, der in den letzten drei Duellen mit Bremen je ein Tor erzielte und mit neun Pflichtspiel-Treffern in diesem Jahr der erfolgreichster Torschütze der Liga ist.

Schalke hofft auf ein Ende der Minikrise

Schalke 04 setzt unterdessen auf den Rückenwind aus der "Königsklasse" und will mit einem Sieg im Derby bei Arminia Bielefeld den Abstand auf die Champions-League-Plätze wieder verringern. "Nach dem tollen Erlebnis in Porto müssen wir nun auch in der Bundesliga zusehen, nach drei Niederlagen in Folge den Anschluss nach oben wiederherzustellen", sagte Trainer Mirko Slomka, der allerdings in Bielefeld auf die gelbgesperrten Fabian Ernst und Rafinha verzichten muss.

Derweil steht Bayerns Trainer Hitzfeld in seinem insgesamt 450. Bundesligaspiel mit dem Rekordmeister vor dem 150. Erfolg. Nach der Gala beim 5:0 in Anderlecht wird Hitzfeld auch vor dem Spiel gegen den KSC wieder rotieren. "Wir wollen ja auch im April in allen Wettbewerben noch Topleistungen bringen", begründete Hitzfeld seine Wechselspiele.

Allerdings erwarten die Münchner in Überraschungs-Aufsteiger Karlsruher SC einen äußerst unangenehmen Gast. Hochmotiviert ist vor allem KSC-Angreifer Alexander Iaschwili, der alle seine bisherigen zehn Gastspiele in München verlor und die schwarze Serie nun endlich beenden will: "Die Bayern sind Favorit. Doch wir stehen auch nicht zufällig da oben."

Sechs-Punkte-Spiel in der MSV-Arena

Hausmannskost erwartet derweil Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel beim Heimspiel gegen den VfL Bochum. Während die Bochumer den dritten Sieg in Serie anpeilen, hofft der deutsche Meister von 1959 trotz einiger Personalprobleme auf Wiedergutmachung für die 1:4-Pleite am vergangenen Sonntag beim HSV. "Das wird kein Spiel für Feinschmecker", prognostizierte Funkel. Beim VfL kehrt Topstürmer Stanislav Sestak nach abgesessener Gelbsperre zurück in die Startformation.

Ungebrochen ist der Optimismus beim Pokal-Halbfinalisten VfL Wolfsburg. Ungeachtet der 1:3-Niederlage beim Karlsruher SC in der vergangenen Woche ist Trainer Felix Magath zuversichtlich, dass sein Team auch im fünften Heimspiel in Folge ungeschlagen bleibt. "Wir wollen unsere Arena zu einer Wolfs-Burg machen. Aber Cottbus steht mit dem Rücken zur Wand. Es wird nicht leicht, sie zu schlagen", meinte Magath.

Mit dem Rücken zur Wand steht auch Ligaschlusslicht MSV Duisburg vor dem Kellerduell gegen Hansa Rostock. Das Team von Trainer Rudi Bommer gewann nur eins der letzten sieben Spiele. Zudem ist der MSV mit acht Niederlagen und sieben Zählern die schwächste Heimelf der Liga. "Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel, ein Endspiel. Wir müssen Gras fressen", erklärte Bommer.