2008.03.10 Neuss : Beckenbauer fordert mehr Einsatz

Franz Beckenbauer hat die DFB-Auswahl um Trainer Joachim Löw zu mehr Einsatz bei den Vorbereitungen auf die EM im Sommer aufgefordert. Der "Kaiser" bemängelte fehlende Konsequenz.

mdo
Franz Beckenbauer

Zu mehr Konsequenz bei der Vorbereitung auf die EM 2008 (7. bis 29. Juni 2008) hat Franz Beckenbauer Bundestrainer Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft aufgefordert. "Langsam wird es Zeit, dass man wieder mehr Gas gibt", erklärte der "Kaiser" vor dem Länderspiel am 26. März in Basel gegen EM-Gastgeber Schweiz (20.45 Uhr/live im ZDF) im Interview auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes (www.dfb.de).

Beckenbauer merkte an, dass die DFB-Auswahl nach der vorzeitigen Qualifikation für die Endrunde in Österreich und der Schweiz "einen Gang zurückgeschaltet" habe und sich "zuletzt immer noch mit dieser niedrigen Drehzahl bewegte". Die Mannschaft, fügte er hinzu, müsse nun "noch nicht den ganz großen Gang einlegen", aber sie müsse bereits jetzt "die Kurve kriegen, um wieder auf das hohe Niveau zu kommen, auf dem sie bei der WM und in den Monaten danach gespielt hat."

Beckenbauer begrüße, wenn die Nationalmannschaft wie bei den Titelgewinnen 1972 und 1996 auch bei der EURO 2008 mit einer starken Bayern-Fraktion antreten würde . "Es wäre hilfreich", betonte er, sagte aber auch, er für das Turnier derzeit noch keinen Block, den der FC Bayern für die Startformation abieten könne. Unstrittig sei jedoch, dass Deutschland einer der Favoriten auf den EM-Sieg sei: "Es wäre ein Widerspruch, den Titel als Ziel auszugeben, das Team aber nicht zum engeren Favoritenkreis zu zählen."

Darüber hinaus vermisst der Wahl-Österreicher Beckenbauer, Pendler zwischen den Wohnsitzen Kitzbühel und Salzburg, noch die Begeisterung für die EURO bei der Bevölkerung. In Österreich, so der "Kaiser", werde viel getan, "die ganz große Begeisterung ist jedoch noch nicht da".

Organisatorisch, glaubt der OK-Chef der WM 2006, werde es jedoch eine "großartige Europameisterschaft": Die beiden Organisationskomitees "machen das wirklich hervorragend und sind hochprofessionell aufgestellt".