2008.03.10 Neuss : VfB fürchtet Absprung von Gomez

Der VfB Stuttgart rechnet mit einem vorzeitigen Absprung von Mario Gomez. "Aber wir wollen ihn natürlich so lange wie möglich behalten", erklärte Sportdirektor Horst Heldt.

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Mario Gomez

Der VfB Stuttgart steckt im Zwiespalt. Zum einen braucht der deutsche Meister die Tore von Nationalstürmer Mario Gomez, zum anderen empfiehlt sich der 22-Jährige so für andere Vereine. Daher fürchtet der VfB noch vor Vertragsende im Jahr 2012 den Absprung des Angreifers. "Es ist unrealistisch, dass Mario seinen Vertrag bis 2012 erfüllt. Wir sind nicht so naiv zu glauben, dass Mario sein ganzes Leben lang in Stuttgart spielt. Aber wir wollen ihn natürlich so lange wie möglich behalten", erklärte Sportdirektor Horst Heldt.

Der 22-Jährige, dessen Marktwert aktuell auf 20 Millionen Euro taxiert wird, hatte beim spektakulären 6:3 gegen Werder Bremen am Samstag drei sehenswerte Tore beigesteuert und war überragender Mann auf dem Platz. Insgesamt erzielte Gomez in der laufenden Saison in 24 Pflichtspielen 23 Tore. In der Bundesliga schloss er in der Torjägerliste mit 14 Treffern zu Bayern Münchens Weltmeister Luca Toni auf.

Da nach kicker-Informationen derzeit unter anderem Juventus Turin, der AC Florenz und AC Mailand den "Fußballer des Jahres" im Visier haben, wollte Gomez-Berater Uli Ferber selbst einen Wechsel zum Saisonende nicht gänzlich ausschließen. "Natürlich weckt Mario Begehrlichkeiten. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, er bleibt auf jeden Fall oder wechselt im Sommer", sagte Ferber, der bereits Alexander Hleb für 15 Millionen Euro vom VfB zum FC Arsenal transferiert hatte, der Bild-Zeitung.

Wechsel nach Italien vorerst unwahrscheinlich

Allerdings kann sich Barcelona-Fan Gomez vorerst keinen Wechsel zu einem italienischen Klub vorstellen. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Angreifer zunächst die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) abwarten will, bevor er detailliert in die Zukunftsplanung einsteigt. Denn nicht nur wegen seiner Tor-Gala gegen Bremen scheint Gomez bei Bundestrainer Joachim Löw beste Chancen auf einen Stammplatz bei der EM zu haben. "Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Aber ich fühle mich beim VfB sehr wohl", meinte Gomez.

Seine Mitspieler wollen den sympathischen Frauenschwarm ohnehin nicht ziehen lassen. "Ich habe noch nie einen Stürmer erlebt, der so einen brutalen Zug zum Tor hat. Wir haben da einen Außerirdischen mit der Nummer 33, der hätte den Ball auch von der Kabine aus ins Tor geknallt", meinte VfB-Profi Ludovic Magnin. Doch auch in diesem Fall saß der Gomez-Konter: "Vom Aussehen her ist eher Ludo ein Außerirdischer, aber vielleicht sind wir ja Brüder."