2008.03.11 Neuss : Nur Umbau: Werder verzichtet auf Stadion-Ausbau

Auch in Zukunft werden nur rund 42.000 Fans die Heimspiele von Werder Bremen miterleben können. Der Aufsichtsrat beschloss, das Weserstadion nicht aus-, sondern nur umzubauen.

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Bremens sportliche Führung: Klaus Allofs (l.) und Thomas Schaaf

Bundesligist Werder Bremen wird das Weserstadion zwar modernisieren, nicht aber vergrößern können. Der Aufsichtsrat der Hanseaten beschloss am Montagabend, auf eine Kapazitätserweiterung von derzeit 42.100 auf 50.000 Plätze zu verzichten. Stattdessen wird das Stadion in eine reine Fußball-Arena verwandelt und die Zahl der VIP-Logen erhöht.

"Wir haben es uns nicht leicht gemacht, es ist ein Sieg der Vernunft", sagte Willi Lemke, Ex-Manager und Aufsichtsratsvorsitzender des Bundesliga-Zweiten. Wegen der stark gestiegenen Stahlpreise wäre der Bauetat in Höhe von 60 Millionen Euro bei einem Ausbau, der einen dritten Rang und ein komplett neues Dach beinhaltete, nicht einzuhalten gewesen.

Auch Werder-Finanzdirektor Manfred Müller verteidigte das Umdenken: "Unsere oberste Prämisse ist wirtschaftlich vernünftiges, verantwortungsbewusstes Handeln. Deshalb mussten wir auf die Kostenentwicklung reagieren." Seit der Jahrtausendwende sind die Preise für Stahl und Beton um mehr als 70 Prozent gestiegen.

Bislang sind besonders die Zuschauer in den Kurvenbereichen weit vom Spielfeld entfernt. Daher sollen die Tribünen in der Ost- und Westkurve näher an den Rasen herangezogen werden. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Bremen in der vergangenen Woche die Klagen dreier Anwohner gegen die Baumaßnahmen abgewiesen hatte, sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen und spätestens Ende 2009 abgeschlossen sein."