2008.03.12 Neuss : Contador will für Astana auf die Tour verzichten

Alberto Contador will seinen Sieg bei der Tour de France in diesem Jahr nicht mit allen Mitteln verteidigen. Einen Wechsel vom ausgeschlossenen Astana-Team wird es nicht geben.

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Alberto Contador bleibt seinen Prinzipien und Astana treu

Der Tour de France droht die Absage des Titelverteidigers. Alberto Contador wird zugunsten einer Startmöglichkeit bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt nicht das Team wechseln. Das erklärte der Spanier in einem in der Tageszeitung Die Welt veröffentlichten Interview. Nach der Ausladung seines Astana-Rennstalls war darüber spekuliert worden, dass Contador einen Passus in seinem Vertrag nutzt, wonach er das Team wechseln kann, falls Astana ein Startverbot für die großen Rundfahrten erhalte.

Er sei ein Mensch mit Prinzipien, erklärte Contador. Natürlich würde er gerne in diesem Jahr bei der Tour starten, aber nicht um jeden Preis. "Meine Kollegen hatten, genau wie ich, nichts zu tun mit den Skandalen 2007. Ich kann sie natürlich jetzt nicht einfach alleine lassen. Dann bevorzuge ich eher ein Jahr ohne Tour", erklärte Contador.

Das Astana-Team war bei der Tour 2007 in mehrere Dopingskandale verstrickt. Matthias Kessler (Nürnberg/Testosteron), Kapitän Alexander Winokurow und Andrej Kaschetschkin (beide Kasachstan/beide Blutdoping) wurden des Dopings überführt.

Contador steht zu weiteren Untersuchungen zur Verfügung

Mitte Februar beschloss die Tour-Organisation ASO, Astana für die diesjährige Austragung auszuladen. Auch beim Giro und allen anderen von der ASO durchgeführten Rennen darf Astana nicht antreten. Zum Team gehört auch der zweimalige Tour-Zweite Andreas Klöden.

Alberto Contador betonte in dem Interview, dass er nichts falsch gemacht habe und sich nicht verstecken müsse: "Ich habe schon oft gesagt, dass ich im falschen Moment im falschen Team war. Aber wenn die Instanzen die Sache weiter untersuchen wollen, stehe ich ihnen zur Verfügung."