2008.03.12 Neuss : HSV geht vor Rückspiel gegen Bayer am Stock

Eine dünne Personaldecke ist das größte Manko des Hamburger SV vor dem Rückspiel im UEFA-Cup gegen Bayer Leverkusen. Die Gäste wollen ihr 1:0 aus dem Hinspiel verteidigen.

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Theofanis Gekas traf im Hinspiel

Entspannung statt Anstrengung: Vor dem Achtelfinal-Rückspiel im UEFA-Cup heute (17.45 Uhr/live in der ARD) gegen Bayer Leverkusen sollten die Profis des Hamburger SV vor allem regenerieren. Trainer Huub Stevens grübelt derweil angesichts zahlreicher Ausfälle darüber, wen er überhaupt aufstellen kann, wenn seine Elf im deutschen Duell die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel noch umbiegen und den letzten Titeltraum am Leben halten soll.

Die Hanseaten haben zwar Heimrecht, 52.000 Zuschauer werden für Alarm sorgen, aber die Vorzeichen sprechen eher dafür, dass Leverkusen wie im Vorjahr die Runde der letzten Acht im UEFA-Cup erreicht. "Die Chancen stehen 51:49 für uns", meinte dann auch Bayers Sportchef Rudi Völler, "aber noch ist nichts entschieden."

Kompany und de Jong fehlen gesperrt

Während Leverkusens Trainer Michael Skibbe personell aus dem Vollen schöpfen kann, ist die Spielerdecke bei den Gastgebern inzwischen arg dünn geworden. Verteidiger Collin Benjamin ist wegen des Todes seines Vaters in seine Heimat Namibia geflogen. Vincent Kompany und Nigel de Jong sind gesperrt. Romeo Castelen (Knie) und Mohamed Zidan (Zerrung) fallen sicher aus, Guy Demel (Adduktoren) und Jerome Boateng (Leiste) sind angeschlagen, ihr Einsatz ist fraglich.

So könnte es zu einem völlig überraschenden Comeback kommen. Der Langzeitverletzte Juan Pablo Sorin steht erstmals in dieser Saison vor dem Sprung in den Kader. "Not bringt dich auf andere Gedanken", erklärte Stevens.

Sein Gegenpart Skibbe steht dagegen vor dem Luxusproblem, möglicherweise den zuletzt starken Angreifer Theofanis Gekas "opfern" zu müssen, weil er auswärts normalerweise mit zwei defensiven Mittelfeldspielern agiert. "Wir wollen den HSV nicht ins Spiel kommen lassen und werden von unserem Stil nicht abrücken", kündigt er eine auf Sicherheit ausgerichtete Kontertaktik an, "der HSV hat Qualität, es wird noch ein schwerer Gang."

Jarolim fordert: "Gas geben und Tore schießen"

Noch vor 14 Tagen waren die Hamburger in drei Wettbewerben aussichtsreich vertreten. Nach der unglücklichen Viertelfinalniederlage im DFB-Pokal beim VfL Wolfsburg und dem 0:0 in der Meisterschaft beim 1. FC Nürnberg ist davon nur noch der UEFA-Cup übriggeblieben. "Für unser Standing in Deutschland und Europa wäre es wichtig, weiter dabei zu sein", erklärte Vorstandschef Bernd Hoffmann.

Mittelfeldmotor David Jarolim fordert deshalb: "Wir müssen Gas geben ohne Ende und Tore schießen". Doch gerade daran haperte es zuletzt. 40 Spiele haben die Hamburger absolviert, mehr als jede andere deutsche Mannschaft. Leverkusen steht bei 33 Partien.

Rost will sich keine Müdigkeit einreden

Der Verschleiß macht sich bemerkbar. Erstmals in dieser Saison blieb der HSV beim Hinspiel in Leverkusen sowie in Nürnberg auswärts in Deutschland ohne eigenen Torerfolg, die Toptorschützen Rafael van der Vaart und Ivica Olic wirkten überspielt.

"Wir sollten vermeiden uns einzureden, dass wir müde sind", warnte Torwart Frank Rost und auch Stevens will diese Entschuldigung im Vorfeld keinesfalls gelten lassen: "Das ist Quatsch, ein Profi muss in der Lage sein, drei Partien pro Woche zu bestreiten."