2008.03.13 Neuss : Reichelt entreißt Cuche Kristallkugel im Super-G

Mit seinem Sieg beim abschließenden Super-G in Bormio/Italien hat der Österreicher Hannes Reichelt Didier Cuche aus der Schweiz den Disziplinen-Weltcup vor der Nase weggeschnappt.

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Hannes Reichelt gewann zum Abschluss

Auf den letzten Metern des letzten Super-G des Winters hat Hannes Reichelt dem Schweizer Didier Cuche die schon sicher geglaubte kleine Kristallkugel noch entrissen. Der Österreicher profitierte bei seinem dritten Saisonsieg beim Weltcup-Finale im italienischen Bormio davon, dass sein Rivale nur Platz 16 belegte und keine Punkte bekam. Damit war die knappste Entscheidung im alpinen Ski-Sport seit 20 Jahren perfekt.

Entscheidung denkbar knapp

Reichelt sammelte als Sieger 100 Zähler und hängte Cuche mit dem minimalen Vorsprung von einem Punkt ab - 341 zu 340 hieß es am Ende. Cuche vergab außerdem seine wohl letzte Chance auf den Sieg im Gesamtweltcup. Dort liegt Bode Miller (USA) vor den beiden letzten Rennen nun 191 Punkte vor dem Schweizer in Führung.

Reichelts Triumph kam nicht nur völlig überraschend, sondern auch äußerst knapp zustande. Er fuhr in 1:45,00 Minuten zum Sieg und lag nur eine Hundertstelsekunde vor Cuches Zimmerkollegen Didier Defago. Dritter wurde der Slowene Ales Gorza (0,34 Sekuden zurück). Cuche verpasste den 15. Platz, der ihm zum Gewinn der Kugel gereicht hätte, um 0,13 Sekunden.

Einziger DSV-Starter nicht im Ziel

Der einzige deutsche Starter, Junioren-Weltmeister Andreas Sander aus Ennepetal, schied bei seinem ersten Weltcup-Rennen in Sichtweite des Ziels aus. Das Schicksal teilte er mit sechs weiteren der 27 Starter. "Das war der schwerste Super-G, den ich in meinem Leben gefahren bin", sagte der 18-Jährige.

Reichelt dagegen war überglücklich. "Unglaublich, es war so spannend! Ich kann es noch gar nicht fassen. Wenn ich es nicht spüren würde, könnte ich es gar nicht glauben", sagte er. Mit einem Punkt Vorsprung war zuletzt 1988 eine Kristallkugel vergeben worden. Damals hatte der Schweizer Pirmin Zurbriggen ebenfalls im Super-G das bessere Ende gegenüber Markus Wasmeier für sich (58:57).