2008.03.13 Neuss : Sturmlauf von Werder wird nicht belohnt

Nach dem Hamburger SV ist auch Werder Bremen im Achtelfinale des UEFA-Pokals gescheitert. Ein 1:0 im Rückspiel gegen die Glasgow Rangers reichte der überlegenen Schaaf-Elf nicht.

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Enttäuscht: Werder-Stürmer Hugo Almeida

Das Wunder von der Weser ist ausgeblieben: Trotz einer starken Vorstellung ist Werder Bremen im Achtelfinale des UEFA-Pokals ausgeschieden. Im Rückspiel gewann der Tabellenzweite der Bundesliga nach einer einseitigen Partie vor heimischer Kulisse mit 1:0 (0:0) gegen die Glasgow Rangers, konnte die 0:2-Pleite aus der Vorwoche gegen die Schotten aber nicht wettmachen.

"Alles wäre machbar gewesen. Aber wir brauchen uns nicht zu beschweren. Bei so einer Dominanz muss man den Gegner eigentlich mit Toren erdrücken. Wir haben die Chancen gehabt, haben sie aber leider nicht genutzt", sagte Trainer Thomas Schaaf nach dem Spiel, war mit der Einstellung seiner Mannschaft aber voll zufrieden: "Wir haben alles versucht. Großes Kompliment, was die Mannschaft gebracht hat, nach der Belastung, die wir in der Saison schon hatten." Bremens Mittelfeldregisseur Diego war "sehr traurig. Das Ergebnis ist ungerecht. Ich kann mich nicht an ein Spiel erinnern, in dem wir so dominant waren und nicht belohnt wurden."

Diego trifft zur verdienten Führung

Vor 33.660 Zuschauern erzielte Diego in der 58. Minute den einzigen Treffer der Partie. Der brasilianische Nationalspieler düpierte im Zweikampf gleich zwei Gegenspieler und war mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze erfolgreich. Es war der insgesamt 150. Treffer der Bremer in ihrer Europapokal-Geschichte und das Tor zur ersten Niederlage der Rangers nach 20 Pflichtspielen .

Doch dies war nur ein äußerst schwacher Trost für das Verpassen der nächsten Runde, denn die Hanseaten diktierten von der ersten Minute an das Spielgeschehen, erarbeiteten sich zahlreiche Einschussmöglichkeiten, scheiterten jedoch immer wieder an der gut formierten Deckung der Gäste sowie am fehlerfrei haltenden Rangers-Torhüter Allan McGregor. Der Schlussmann des schottischen Rekordmeisters zeichnete sich in mehr als einem halben Dutzend brenzliger Situationen aus und bügelte dabei die ohnehin wenigen Fehler seiner Vorderleute aus.

In der Offensive leistete die Mannschaft von Trainer Walter Smith allerdings so gut wie gar nichts. Die einzige nennenswerte Torchance vergab Novo in der 30. Minute und es war bezeichnend, dass der schottische Tabellenführer 49 Minuten brauchte, um einen ersten Eckball herauszuarbeiten.

Sanogo scheitert an McGregor

Bei allem Bemühen fehlte den Norddeutschen allerdings auch bei ihrem Offensivdrang die letzte Raffinesse und auch die letzte Cleverness. Bis zum Strafraum sahen die Kombinationen des Teams von Coach Thomas Schaaf sehr gefällig aus, doch in letzter Konsequenz fehlte wie schon beim Hinspiel vor einer Woche im Ibrox-Park die letzte Durchschlagskraft. Daran änderte auch die Einwechslung von Torjäger Boubacar Sanogo wenig, der in der 66. Minute den bis dahin eher schwachen Portugiesen Hugo Almeida ersetzte. In der Schlussphase wurden die zunächst eher ruhigen 2500 mitgereisten Fans der Schotten immer lauter und schrien sozusagen das nahende Spielende herbei. Drei Minuten vor dem Ende lenkte McGregor einen Schuss von Sanogo aus drei Metern reaktionsschnell an die Latte.