2008.03.14 Neuss : Auch Frauen-WM 2011 findet nur mit 16 Teams statt

Bei der Frauen-WM 2011 in Deutschland werden wie bereits seit 1999 nur 16 Teams an den Start gehen. Das bestätigte die FIFA am Freitag.

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16 Teams starten bei der WM 2011 in Deutschland

Keine Experimente bei der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland: Der Weltverband FIFA bestätigte am Freitag, dass das Turnier wie bereits seit 1999 mit einem Teilnehmerfeld von 16 Mannschaften ausgetragen wird. Zuletzt war darüber diskutiert worden, das Starterfeld um acht auf 24 Teams zu erweitern, um so vermeintlichen Underdogs die Chance auf eine Teilnahme und Weiterentwicklung zu geben.

Wunsch nach Stabilisierung des hohen Niveaus

Als Begründung für die Beibehaltung des Status Quo nannte die FIFA-Exekutive in Zürich den Wunsch nach einer Stabilisierung des hohen Niveaus im Frauenfußball. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Ausweitung des Teilnehmerfeldes beim Turnier, das 2010 mit der U20-WM einen besonderen Testlauf bekommt, dem Bild in der Öffentlichkeit nicht förderlich. Zudem sei die auch diskutierte Idee eines Starterfeldes von 20 Teams spielplantechnisch und logistisch nicht umsetzbar, hieß es weiter.

Auch Steffi Jones, Präsidentin des WM-Organisationskomitees, zeigte sich mit der Entscheidung zufrieden. "Auch wir sind der Auffassung, dass das Leistungsgefälle bei 24 WM-Mannschaften wohl noch zu groß wäre. Umso mehr wollen wir mit einer stimmungsvollen WM einen großen Beitrag leisten, den Stellenwert des Frauenfußballs weltweit weiter zu steigern", erklärte die "Kaiserin" Jones, glaubt aber, "dass wir nach der WM 2011 wieder über die Aufstockung des Teilnehmerfeldes diskutieren werden".

Nach der definitiven Entscheidung über die Größe des WM-Feldes sollen nach Aussagen von DFB-Präsident Theo Zwanziger jetzt die aus 16 Teams resultierenden 32 Spiele so verteilt werde, dass einerseits eine "regional ausgewogene Verteilung" stattfindet, gleichzeitig aber auch eine "wirtschaftlich vernünftige Auslastung für jeden einzelnen Spielort" gewährleistet ist. "Drei bis vier Spiele je Standort scheinen angemessen zu sein. Ich gehe davon aus, dass wir im Herbst des Jahres unsere WM-Standorte präsentieren werden", kündigte Zwanziger am Freitag an.

Auch DFB-Erfolgstrainerin Silvia Neid, die in drei Jahren mit ihrer Elf den WM-Titel vor heimischem Publikum verteidigen will, bewertete die Nachricht aus Zürich im Hinblick auf die sportliche Qualität äußerst positiv. "Ich freue mich sehr darauf, dass wir uns 2011 vor eigenem Publikum mit den wirklich besten Teams der Welt messen werden", betonte Neid und versprach ein hohes WM-Niveau: "Die Zuschauer dürfen sich freuen. Sie werden fantastischen und absolut hochklassigen Fußball erleben."

Erstmal waren bei der WM 1999 in den USA 16 Mannschaften an den Start gegangen. Den Titel bei den zwei zuvor in China (1991) und Schweden (1995) durchgeführten WM-Endrunden hatten noch zwölf Teams untereinander ausgespielt.

Mit insgesamt zwölf Städten und Stadien hatte sich der DFB im vergangenen Jahr bei der FIFA um die Ausrichtung der ersten Frauenfußball-WM in Deutschland beworben, durch die nicht erfolgte Erhöhung werden nun wohl einige getrichen werden. Das OK hatte jüngst im Rahmen seiner Stadion-Rundreise die möglichen Spielorte Mönchengladbach, Bochum und Bielefeld unter die Lupe genommen. Zuvor hatte die Crew bereits die Stadien in Augsburg, Dresden, Magdeburg, Sinsheim und Wolfsburg inspiziert. Leverkusen und Frankfurt stehen noch im März auf dem Terminkalender. Berlin und Essen sollen folgen.

U20-WM als Testlauf

Einen Testlauf der besonderen Art gibt es bereits 2010, wenn die U 20-WM der Frauen in Deutschland stattfindet. Mit dieser Entscheidung kam die FIFA einem Antrag nach, künftig im Vorjahr einer Frauen-WM im gleichen Land eine U20-Endrunde zu veranstalten. Im Männerbereich wird dieses Modell seit 2001 mit dem Confed-Cup praktiziert.