2008.03.15 Neuss : Hamilton holt sich "Down Under" die Pole

Lewis Hamilton hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Australien die Pole Position vor Robert Kubica und Heikki Kovalainen gesichert. Kimi Räikkönen startet nur von Platz 15.

janat1
Pole Position für Lewis Hamilton

Als Weltmeister Kimi Räikkönen im roten Renner wenige Meter vor der Boxengasse in Melbourne ausrollte, war der Weg für "Silberpfeil"-Pilot Lewis Hamilton zur ersten Pole Position der Formel-1-Saison 2008 frei. Der 23-jährige Brite fuhr im Qualifying zum Großen Preis von Australien am Sonntag (5.30 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) im McLaren-Mercedes in 1:26,714 Bestzeit und unterstrich damit eindrucksvoll seine Titelansprüche.

Vize-Weltmeister Hamilton profitierte aber auch von einer Panne bei Räikkönen. Wie Ferrari nach eingehender Untersuchung mitteilte, habe der Finne plötzlich keinen Benzindruck mehr gehabt, ein Sensor habe wohl verrücktgespielt. Für den frustrierten "Iceman" war der Arbeitstag somit schon nach dem ersten Trainingsabschnitt vorbei - statt Bestzeit blieb am Ende nur Platz 15. Von dort aus braucht der Finne ein kleines Wunder, wenn er seinen Vorjahreserfolg im Albert Park noch wiederholen will.

"Ein neues Kapitel aufgeschlagen"

Hamilton sagte, dass es ein großartiges Gefühl sei, so in die Saison zu starten. "Wir haben hier und heute ein neues Kapitel aufgeschlagen", meinte der Brite, nachdem ihm Spionage-Affäre, Alonso-Ärger und WM-Pleite 2007 schwer zugesetzt hatten. McLaren und Mercedes hätten fantastisch gearbeitet, lobte Hamilton: "Wir hatten über Nacht noch ein paar Probleme, doch die Jungs haben das prima hinbekommen."

Neben Hamilton startet etwas überraschend Robert Kubica (Polen) im BMW-Sauber aus Reihe eins (1:26,869). Hamilton steht im erst 18. Formel-1-Rennen seiner Karriere schon zum siebten Mal auf dem ersten Startplatz. Drittschnellster war der neue "Silberpfeil"-Pilot Heikki Kovalainen (Finnland/1:27,079). Für das Weltmeister-Team Ferrari blieb nur Rang vier des Brasilianers Felipe Massa (1:27,178).

"Das ist ein Traum, der ideale Anfang für die neue Saison - und unsere Strategie ist gut", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Platz eins und drei seien die besten Voraussetzungen für den Start, denn beide Autos stünden auf der Linie mit dem besseren Grip, sagte der Schwabe, gratulierte aber sofort auch dem deutschen Rivalen: "Glückwunsch an BMW, in Reihe eins steht deutsche Power."

"Quick Nick" schnellster Deutscher

Schnellster Deutscher war der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der im BMW-Sauber auf Position fünf fuhr (1:27,236). Da war sogar der sonst eher etwas zurückhaltende BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen völlig aus dem Häuschen: "Ich bin wirklich super happy, denn das ist das beste Qualifying-Ergebnis für unser junges Team." Die bis dahin beste Leistung bei einer Zeitenjagd hatten die Münchner ebenfalls in Melbourne gezeigt, 2007 standen die Weiß-Blauen auf den Startplätzen drei und fünf.

Kubica wirbelte auf seiner schnellen Runde mächtig Staub auf und kam in der letzten Kurve kurz vom Kurs ab. Theissen: "Ohne diesen massiven Ausrutscher wäre heute sogar die Pole Position dringewesen."

Pechvogel Räikkönen sagte, dass er das Problem am Ferrari ein paar Kurven vorher gespürt habe, dann ging aber schon der Motor aus: "Ich bin leider nur noch bis zur Boxeneinfahrt gekommen." Nur ein paar Meter weiter - und die Ferrari-Mechaniker hätten an dem Auto arbeiten können. Räikkönen: "So aber war es nicht erlaubt, wieder auf die Strecke zu gehen. Das ist nicht die Art, wie man in eine Saison starten sollte."

Nico Rosberg (Wiesbaden), am Freitag im freien Training noch die deutsche Nummer eins, landete im Williams-Toyota auf Platz sieben (1:28,687). Der Heppenheimer Sebastian Vettel schaffte im Toro-Rosso-Ferrari als Neunter den Sprung unter die Top Ten, auch wenn er im dritten und letzten Trainingsabschnitt wegen eines Hydraulikproblems ohne Zeit geblieben war.

Timo Glock im Pech

Timo Glock (Wersau), der bei Toyota die Nachfolge von Ralf Schumacher angetreten hat, war der große Pechvogel unter den deutschen Fahrern. Der Hesse steht nur auf Startplatz 19, obwohl er eigentlich auf Rang neun gefahren war. Doch wegen eines Getriebewechsels und einer Behinderung eines Konkurrenten im Qualifying wurde er um zweimal fünf Positionen zurückgestuft.

Deutsches Schlusslicht war damit nicht mehr Adrian Sutil (Gräfelfing), der im Force-India-Ferrari durch Glocks Strafe noch vom 19. auf den 18. Platz vorrückte. Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) steht im ersten Rennen nach der Rückkehr zu Renault nur auf dem elften Rang.