2008.03.17 Neuss : Löw fordert Leistungssteigerung

Angesichts der schwachen Form einiger Nationalspieler lässt sich Joachim Löw nicht irritieren. Gleichwohl verlangt der Bundestrainer eine Leistungssteigerung seiner Mannschaft.

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Joachim Löw

Bundestrainer Joachim Löw lässt sich angesichts der Formschwäche einiger Nationalspieler vor dem Länderspiel gegen die Schweiz am 26. März in Basel nicht aus der Ruhe bringen. "Wir lassen uns in keiner Form aus der Bahn werfen und setzen auf unsere unmittelbare EM-Vorbereitung. Von Nervosität ist nichts zu spüren, auch wenn wir uns im Vergleich zum Österreich-Spiel sicher steigern müssen", sagte Löw im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Am kommenden Donnerstag wird der Bundestrainer seinen Kader für den Test gegen die Eidgenossen bekanntgeben. Gegen die Schweiz erwartet Löw ein "hochintensives Spiel", da es für beide Teams der letzte Test vor Bekanntgabe des EM-Kaders sein wird. "In diesem Spiel wird das Tempo insgesamt erhöht, da wird schon eine ganz andere Gangart eingeschlagen. Die Schweizer bauen sich in Basel derzeit eine Festung auf, deswegen werden sie alles daran setzen, gegen uns eine gute Leistung zu zeigen", meinte der 48-Jährige, der das mit Spannung erwartete Aufgebot für die EURO 2008 am 16. Mai auf der Zugspitze präsentieren wird.

Neuer und Adler noch auf dem Zettel

Beim 3:0 gegen EM-Co-Gastgeber Österreich Anfang Februar in Wien hatte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor allem in der ersten Halbzeit schwer enttäuscht. Zudem hatte Keeper Jens Lehmann, bei Premiere-League-Klub FC Arsenal weiterhin nur Ersatz, einen rabenschwarzen Tag erwischt. Der umstrittene Lehmann ist auch beim Spiel gegen die Schweiz als Nummer eins gesetzt, nicht ausschließen wollte Löw indes, dass Manuel Neuer (Schalke 04) oder Rene Adler (Bayer Leverkusen) möglicherweise noch auf den EM-Zug springen.

"Bei den Torhütern habe ich mich nie definitiv festgelegt. Wir werden jetzt bis Mitte Mai hochintensive Beobachtungen vornehmen, überall auch mit mehreren Leuten vor Ort sein. Wir warten jetzt erst einmal das Schweiz-Spiel ab. Danach haben wir noch mehrere Wochen Zeit. Ich habe immer gesagt, dass die Tür bis zum Tag der Nominierung nicht ganz zu ist, wenn jemand absolute Topleistungen bringt", sagte Löw.

Vor der Nominierung für das Schweiz-Spiel will Löw am Mittwoch noch einmal mit "fast allen" Nationalspielern telefonieren, um sich ein abschließendes Bild von der derzeitigen Verfassung machen zu können. Derzeit sind vor allem die WM-Stützen Miroslav Klose, Bernd Schneider, Philipp Lahm, Tim Borowski, Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger weit von ihrer Form beim "Sommermärchen 2006" entfernt. Zudem sind Torsten Frings und Christoph Metzelder nach Verletzungen zurzeit im Aufbautraining und stehen gegen die Schweiz noch nicht zur Verfügung.

"Einige Spieler haben im Moment vielleicht ein bisschen mit sich zu kämpfen, aber das ist normal im Laufe einer langen Saison. Bis zur EM ist es noch einige Wochen hin. Zudem hatten wir auch vor dem Confed-Cup und vor der WM einige Probleme. Die Erfahrung zeigt, dass wir es auch damals geschafft haben, die Spieler in eine gute Turnierform zu bringen. Beunruhigend wird es erst dann, wenn sich ein Spieler schwerer verletzt", erklärte Löw.

Mannschaft muss "die Kurve kriegen"

Zuletzt hatte Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer bemängelt, dass die DFB-Auswahl nach der vorzeitigen Qualifikation für die Endrunde in Österreich und der Schweiz "einen Gang zurückgeschaltet" habe und sich "zuletzt immer noch mit dieser niedrigen Drehzahl bewegte". Die Mannschaft, fügte er an, müsse jetzt "noch nicht den ganz großen Gang einlegen", aber sie müsse bereits jetzt "die Kurve kriegen, um wieder auf das hohe Niveau zu kommen, auf dem sie bei der WM und in den Monaten danach gespielt hat".

Damit sich rund drei Monate vor Turnierbeginn nicht beim ein oder anderen Nationalspieler der Schlendrian einschleicht, nimmt Löw mit seinem Team einen Großteil der Nationalspieler bereits auch im Training unter die Lupe. "Wir wollen sehen, ob die Spieler auch im Training gewillt sind, an ihre Leistungsrenze zu gehen", sagte der Bundestrainer.