2008.03.18 Neuss : Borussia Dortmund zieht ins Pokal-Finale ein

Borussia Dortmund hat das Finale des DFB-Pokals erreicht. Der Erstligist siegte zu Hause gegen Carl Zeiss Jena mit 3:0 (1:0). Tinga, Klimowicz und Petric trafen für den BVB.

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Dortmunds Tinga (l.) bejubelt seinen Treffer gegen Jena

Borussia Dortmund steht zum insgesamt vierten Mal und erstmals seit dem letzten Cup-Gewinn 1989 wieder im Endspiel des DFB-Pokals. Die Mannschaft von Trainer Thomas Doll setzte sich im Halbfinale trotz einer glanzlosen Vorstellung gegen den Zweitligisten und Favoritenschreck Carl Zeiss Jena durch und könnte sich mit dem 3:0 (1:0) sogar die vorzeitige Qualifikation für den lukrativen UEFA-Cup gesichert haben. Voraussetzung ist jedoch der Einzug von Bundesliga-Tabellenführer Bayern München ins Endspiel am 19. April in Berlin mit einem Erfolg in der zweiten Halbfinalpartie am Mittwoch (20.30/live in der ARD) gegen den VfL Wolfsburg.

"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!", skandierten die BVB-Fans bereits nach dem Führungstreffer von Tinga (13.) vor 80.708 Zuschauern, der größten Kulisse der deutschen Pokalgeschichte in der ausverkauften Arena. Die Treffer des eingewechselten Diego Klimowicz (71.) und des Kroaten Mladen Petric (87.), als Jena nach der Gelb-Roten Karte für Jan Simak (54.) bereits in Unterzahl agierte, verwandelten die Dortmunder Arena in ein Tollhaus und beendeten den Husarenritt der Thüringer, die zuvor unter anderem Cup-Verteidiger 1. FC Nürnberg, Arminia Bielefeld und Meister VfB Stuttgart aus dem Wettbewerb geworfen hatten.

Gewarnt und hochkonzentriert begann der Bundesliga-13. die Begegnung und versuchte schon in der Anfangsphase, mit energischen Angiffen Lücken in die dichte Abwehr des Tabellen-Vorletzten der zweiten Liga zu reißen. Doch die erste Möglichkeit erspielte sich Jena, als Marcel Schied den Dortmunder Torhüter Marc Ziegler mit einem Schuss aus spitzem Winkel zu einer Parade zwang. Dortmund tat sich im Spielaufbau äußerst schwer und fand selbst nach dem Führungstor von Tinga, der einen von Torhüter Wassili Chomutowski abgewehrten Kopfball von Petric aus kurzer Distanz verwandelte, nur schwer ins Spiel.

Nach dem Gegentreffer suchte auch Jena verstärkt den Weg in die Offensive, kam jedoch zunächst nur durch Standardsituationen zu einigen erfolgversprechenden Angriffen. Allerdings leisteten die Dortmunder mit unerklärlicher Passivität wesentliche Schützenhilfe. Die BVB-Anhänger mussten folglich bis zur 44. Minute warten, ehe sich Petric an der Strafraumgrenze die nächste hochkarätige Chance erspielte.

Jena verdiente sich in puncto Kampfgeist die Bestnote. Von 8000 mitgereisten Fans angefeuert gab sich das Team von Trainer Henning Bürger zu keinem Zeitpunkt geschlagen und versuchte selbst zum Ausgleich zu kommen. Doch erst als sich die Räume in der gegnerischen Hälfte öffneten, ergaben sich für die Borussen weitere gute Chancen, die sie jedoch mit teilweise schlampigem Passspiel ungenutzt ließ.

Ein glückliches Händchen bewies jedoch der Dortmunder Coach Doll mit der Einwechslung von Florian Kringe und des Argentiniers Klimowicz. Die beiden Edelreservisten waren 120 Skunden auf dem Feld, als Kringe Jenas Torhüter Chomutowski mit einem Distanzschuss prüfte und Klimowicz den Abpraller zum 2:0 nutzte. Am Ende blieb den Gästen aus Jena als Trost eine Halbfinal-Einnahme von rund zwei Millionen Euro, viel Lob und Anerkennung für ihre engagierte Spielweise.