2008.03.19 Neuss : America's Cup wird zum Privatduell der großen Zwei

Die beiden Top-Teams Alinghi und BMW ORACLE Racing werden den 33. America's Cup unter sich ausmachen. Die deutsche Mannschaft ist zum Zuschauen verdammt und hofft nun auf 2011.

ero1
Das Team Germany kann zunächst nur zuschauen

Endlich herrscht Klarheit über die Zukunft des America's Cup: Die 33. Auflage wird definitiv zu einem Duell zwischen dem Schweizer Titelverteidiger Alinghi und seinem Herausforderer BMW ORACLE Racing. Nach rund achtmonatigem Rechtsstreit gab der Oberste Gerichtshof von New York der Klage der US-Amerikaner gegen die von Alinghi aufgestellten Cup-Regularien auch nach dem Einspruch der Eidgenossen Recht. Die beiden Syndikate segeln die Veranstaltung nun im direkten Vergleich aus. Alinghi will im Juli 2009 in Valencia antreten, Oracle offenbar schon in kommenden Oktober.

Deutsches Team hofft auf 2011

Die deutsche Kampagne United Internet Team Germany ist damit ebenso wie alle anderen Mannschaften endgültig zum Zuschauen verurteilt. "Das ist natürlich der größtmögliche Unfall und einer der Gründe, warum wir nicht weitermachen können", sagte der deutsche Syndikats-Chef Michael Scheeren dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Es ist vorerst ungewiss, wie es nach dem Duell mit dem Cup weitergeht. Wenn Oracle gewinnt, segelt man vielleicht erst wieder 2013 und dann auch noch in den USA."

Der Sieger der Wettfahrten zwischen Alinghi und den Amerikanern kann die Regeln, den Austragungsort und den Zeitpunkt des 34. Cups bestimmen. Neben den Schweizern hat zwar auch BMW Oracle zuletzt stets betont, die nächste Auflage der Veranstaltung 2011 mit zahlreichen Teams in Valencia austragen zu wollen, doch Scheeren gibt sich zumindest im Falle eines US-Sieges skeptisch: "Es gibt keine schriftlichen Vereinbarungen darüber. Es ist in den vergangenen Monaten so viel passiert, dass da schon Zweifel bleiben."

"Wir hätten eine gute Figur abgeben können"

Das für seinen zweiten geplanten Cup-Start hochambitionierte Team Germany hatte zuletzt bereits bekanntgegeben, dass die bis zum 31. März datierten Verträge mit den Seglern nicht verlängert werden. Ohne Regattaaktivitäten sind die Kosten für eine Weiterbeschäftigung des Personals, das vom dreimaligen Olympiasieger Jochen Schümann angeführt wird, nicht zu rechtfertigen.

"Uns bleibt nichts anderes übrig, als das Protokoll für den 34. Cup abzuwarten. Unsere Sponsoren haben aber gesagt, dass sie weitermachen wollen", erklärte Scheeren, der sich tief enttäuscht über die erzwungene Zuschauerrolle seines Teams zeigte: "Für unseren zweiten Anlauf hatten wir eine tolle Mannschaft beisammen und hätten eine gute Figur abgeben können. Es ist sehr schade, dass unser zweiter Start vorerst nicht zu Stande kommt."

Alinghi akzeptiert das Urteil

Auch bei Alinghi zeigte man sich nach dem Urteil von Richter Herman Cahn verärgert und übte harsche Kritik an Oracle-Eigner Larry Ellison. "Larry Ellison hat die Mitbewerber eliminiert und Zutritt zum America's-Cup-Match erlangt. Eine Leistung, die BMW Oracle auf dem Wasser nie zu erreichen vermochte", meinte Alinghi-Anwalt Lucien Masmejan: "Wir haben uns aber entschlossen, das Urteil nicht anzufechten und freuen uns darauf, den Kampf wieder auf das Wasser zu verlegen."

Im Lager von BMW Oracle war man naturgemäß erfreut. "Wir sind sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. Das Gericht hat festgestellt, dass unsere Herausforderung im vollen Umfang den Anforderungen der Stiftungsurkunde entspricht. Nun bereiten wir uns auf die nächste Regatta vor", sagte Sprecher Tom Ehman vom die Amerikaner vertretenden Golden Gate Yacht Club (GGYC). Der 33. Cup soll auf Katamaranen ausgetragen werden.