2008.03.20 Neuss : Biedermann schwimmt mit Rekord zum EM-Titel

Paul Biedermann ist bei der Schwimm-EM in Eindhoven der große Coup gelungen. Der DSV-Schwimmer sicherte sich über 200m Freistil Gold mit neuem deutschen Rekord.

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EM-Titel über 200m Freistil für Paul Biedermann

EM-Titel für Paul Biedermann: Der DSV-Schwimmer aus Halle/Saale sicherte sich in Eindhoven Gold über 200m Freistil und knackte dabei auch noch den 24 Jahre alten deutschen Rekord von Michael Groß.

Der 21 Jahre alte Biedermann triumphierte in 1:46,59 Minuten und blieb dabei 85 Hundertstel unter der alten Marke von Groß bei dessen Olympiasieg 1984 in Los Angeles. Silber ging an den Franzosen Amaury Leveaux (1:46,99), Bronze holte sich der Italiener Massimiliano Rosolino (1:47,33).

Biedermann kam nach seinem Traumrennen aus dem Strahlen kaum heraus. "Ich weiß gar nicht, über was ich mich mehr freuen soll - Gold oder Rekord? Aber jetzt hat die Diskussion um die Bestzeit endlich ein Ende. Es hat einfach riesig Spaß gemacht", erklärte der Zivildienstleistende.

Madsen: "Perfektes Rennen"

DSV-Sportdirektor Örjan Madsen sprach von einem "perfekten Rennen" und traut Biedermann nun auch mit Blick auf Olympia viel zu: "Er kann durchaus noch einen Schub machen und in Peking dann vorne dabei sein."

Biedermann ließ sich auch von der Ausreißtaktik von Leveaux nicht aus der Ruhe bringen und schlug im Finish eiskalt zu. Zudem profitierte der Vize-Europameister auf der Kurzbahn auch davon, dass der Olympia-Zweite, Titelverteidiger und Europarekordhalter Pieter van den Hoogenband, bei seinem Heim-Auftritt geschwächt von einer Grippe als 20. im Vorlauf ausgeschieden war.

Europarekord für Manaudou

Glücklich konnte auch Britta Steffen sein. Die Berlinerin, die nach Schulterproblemen das Training dem letzten internationalen Kräftemessen vor Peking vorgezogen hat, verlor ihren Titel über 100m Freistil zwar kampflos an die Niederländerin Marleen Veldhuis (53,77), bleibt aber weiter im Besitz des Weltrekords (53,30).

Europarekord schwamm Frankreichs Superstar Laure Manaudou (Frankreich) in 59,50 bei ihrem Halbfinalsieg über 100m Rücken. Sie blieb damit 14 Hundertstel unter der erst einen Monat alten Bestmarke der Russin Anastasia Suewa von 59,64.

Titel sicherten sich bei den Männern auch die Ungarn Gergo Kis in 7:51,94 Minuten über die 800m Freistil und 1. Laszlo Cseh über 200m Lagen (1:58,02). Bei den Frauen konnte die Österreicherin 1. Mirna Jukic über die 100m Brust in 1:08,18 Minuten den Sieg bejubeln.