2008.03.20 Neuss : Dytrt bei Asada-Show auf Rang zwölf

Die Japanerin Mao Asada hat sich bei der Eiskunstlauf-WM im schwedischen Göteborg den Titel geholt. Annette Dytrt aus Oberstdorf wurde überraschend Zwölfte.

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Mao Asada holte sich den WM-Titel

Mit einer nahezu perfekten Kür hat Mao Asada den Damen-Titel bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Göteborg für ihr Heimatland erfolgreich verteidigt. Die Japanerin sprang für Vorjahressiegerin Miki Ando in die Bresche und überholte mit 185,86 Punkten noch die nach dem Kurzprogramm führende Europameisterin Carolina Kostner aus Italien (184,68). Bronze gewann Kim Yu-Na aus Südkorea (183,23). Top-Favoritin Ando musste wegen einer Verletzung am linken Bein ihre Kür abbrechen und unter Tränen das Eis verlassen.

Zuvor hatte Annette Dytrt eine durchwachsene Saison mit ihrer besten Kürleistung abgeschlossen und damit überraschend ihren zwölften Platz aus dem Kurzprogramm behauptet. Vor 9431 Zuschauern im Scandinavium präsentierte sich die Oberstdorferin so stabil wie seit Jahren nicht mehr und durfte sich am Ende ihres Vortrags völlig zu Recht selbst Beifall klatschen.

"Diese Leistung motivert mich für die neue Saison. Ich spüre, dass die Arbeit sich gelohnt hat", sagte die viermalige nationale Titelträgerin, deren Karriere vor einem Jahr fast schon am Ende schien. Für den vorolympischen Winter 2008/2009 plant die gebürtige Tschechin eine Dreifach-Dreifach-Kombination sowie eventuell sogar einen dreifachen Axel.

Eistänzer Ziganschina/Gazsi fallen zurück

Bereits am Nachmittag hatten Nelli Ziganschina und Alexander Gazsi den Schwung durch die neuen Paarlauf-Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy nicht in die Eistanz-Konkurrenz mitnehmen können. Die letztjährigen deutschen Meister verloren einen Platz und gehen nun nur noch als 20. in die Kür-Entscheidung am Freitag (18.30 Uhr).

Schon nach wenigen Sekunden des Originaltanzes zu ukrainischer Folklore wäre der Chemnitzer fast zu Fall gekommen und auch danach trübten Unsicherheiten und Instabilitäten den Gesamteindruck des 23-Jährigen und seiner Partnerin aus Berlin. "Unser Programm war einfach schlecht und wacklig", sagte der an einer Verletzung der rechten Hand laborierende Student entwaffnend ehrlich.

Delobel/Schoenfelder an der Spitze

An der Spitze tanzen die Vize-Europameister Isabelle Delobel und Olivier Schoenfelder ihrem ersten Welttitel entgegen. Die beiden Franzosen bauten ihre Führung nach dem Pflichttanz mit einem Vortrag zu französischer Volksmusik noch aus und erreichten insgesamt 107,98 Punkte. Den Olympia-Vierten am nächsten kamen Jana Chochlowa und Sergej Nowitzki aus Russland (103,97) sowie die Kanadier Tessa Virtue und Scott Moir (103,52). Die bulgarischen Titelverteidiger Albena Denkowa und Maxim Stawiski haben mittlerweile ihre Laufbahn beendet.

Die Welttitelkämpfe werden am Freitag (10.00 Uhr) mit dem Kurzprogramm der Herren fortgesetzt. Einziger deutscher Teilnehmer ist der deutsche Vize-Meister Peter Liebers aus Berlin.