2008.03.20 Neuss : Mercedes will in Malaysia an Traumstart anknüpfen

Nach dem erfolgreichen Auftakt mit Platz eins und fünf in Melbourne will McLaren in Malaysia an den Traumstart anknüpfen. "Hoffentlich geht die Saison so weiter", so Norbert Haug.

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Heikki Kovalainen (l.) und Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton

Der Start in die neue Saison ist erfolgreich geglückt , nun hofft Mercedes auf weitere Sternstunden in der "Formel Deutsch". "Geht es besser? Hoffentlich geht die Saison so weiter, wie sie in Melbourne begonnen hat", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug vor dem Rennen am Sonntag (8.00 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) in Kuala Lumpur im Interview des Sport-Informations-Dienstes (sid).

Lobeshymnen für Melbourne-Sieger Hamilton

Vor allem Melbourne-Sieger Lewis Hamilton (Großbritannien) wurde in den höchsten Tönen gelobt. Der 23-Jährige sei der neue Michael Schumacher, sagte der ehemalige Formel-1-Pilot und Premiere-Experte Marc Surer dem sid: "Es gibt alle zehn Jahre so einen Überflieger - und das ist jetzt Lewis." Für Surer ist Hamilton die Nummer eins, vor dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) und Titelverteidiger Kimi Räikkönen (Finnland).

Haug macht sich allerdings keine Gedanken darüber, ob der erst 23 Jahre alte Hamilton in die Liga eines Ayrton Senna oder Michael Schumacher aufsteigen könnte. "Aber ich bin sicher, dass Lewis die Möglichkeiten, die ihm unser Team gibt, nutzen wird", erklärte der Mercedes-Sportchef. Er hoffe, dass dies weiter so treffsicher wie bei seinen ersten 18 Formel-1-Rennen geschehe, von denen er fünf gewonnen habe.

Hat er keine Angst um Hamilton, dass sein Star irgendwann unter dem enormen Druck zusammenbrechen könnte? Haug: "Nein, denn Lewis selbst beschreibt diese Anspannung bestens damit, dass er seinen Traum lebt. Und er bleibt dabei Realist." Auch wenn der Hype um Hamilton immer größer werde, mache er sich keine Sorgen. Lewis schütze sich selbst, sagte Haug.

Der Auftakt sei mega gut gewesen, meinte Haug: "Das war bestimmt mehr, als die deutschen Formel-1-Interessierten - genauso wenig wie alle, die auf dem Podium standen - erwarten konnten." Spionage-Affäre hin oder her: Australien sei aber absolut kein Neuanfang für die Silberpfeile gewesen: "Wir haben - Melbourne inklusive - neun der letzten 17 Rennen gewonnen."

Ferrari habe zwar in Melbourne völlig versagt, er sei aber ganz sicher, dass dies nur ein Ausrutscher gewesen sei, meinte Haug. Der Mercedes-Sportchef verteidigte den Rivalen sogar gegen alle Kritik. Vor allem die Angriffe auf den neuen Teamchef Stefano Domenicali verurteilte Haug: "Stefano und seine Techniker bilden seit vielen Jahren die Basis aller Ferrari-Siege. Seine Mannschaft ist stark genug, um in Malaysia um den Sieg zu fahren."

Haug will "keine Galavorstellung" ankündigen

Natürlich wäre es ihm am liebsten, wenn es im zweiten Rennen eine ähnliche Gala der Silberpfeile wie beim Auftakt geben würde, sagte Haug. Aber Malaysia habe mit Melbourne zunächst mal nur den Anfangsbuchstaben gemein: "Ich werde für das Wochenende sicher keine Galavorstellung der Silberpfeile ankündigen. Das haben wir auch vor Melbourne nicht getan."

Haug fürchtet derzeit mehr den deutschen Rivalen BMW als Weltmeister Ferrari. Auf die Frage, ob die Münchner, für die Nick Heidfeld (Mönchengladbach) in Melbourne einen hervorragenden zweiten Platz herausgefahren hatte, sogar ein Konkurrent im Titelrennen sein könnten, meinte der Mercedes-Boss: "Ganz klar: Ja. " BMW habe seine Formel-1-Kampagne 1997 angekündigt und dabei das Ziel ausgegeben, dass man Weltmeister werden wolle. Haug: "Seitdem wird mit allem Einsatz an dieser Zielsetzung gearbeitet."