2008.03.26 Neuss : Formstarke Spanier fordern den Weltmeister

Heute sind alle 16 EM-Teilnehmer im Testspiel-Einsatz. Im Mittelpunkt steht dabei die Begegnung zwischen Spanien und Italien. Die Iberer sind seit 13 Spielen ungeschlagen.

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Carles Puyol und Andres Iniesta wollen ihre Formstärke unter Beweis stellen

73 Tage vor dem Beginn der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) sind heute alle 16 Teilnehmer im Einsatz. Dabei steht das Duell zwischen Spanien und Weltmeister Italien im Mittelpunkt. Bei den Gästen bestimmt aber weniger das Sportliche sondern vielmehr die Zukunft des Trainers das Geschehen. Der italienische Verband legte Roberto Donadoni zwar ein neues Arbeitspapier bis 2010 vor, knüpfte dessen Inkrafttreten allerdings an den EM-Halbfinaleinzug. Donadoni lehnte ab.

"Dieses Angebot entspricht nicht meinen Vorstellungen. Das heißt aber nicht, dass ich mit weniger Motivation zur EM reisen werde", meinte der 44-Jährige vor der Partie in Elche gegen die seit 13 Partien ungeschlagenen Spanier und kokettierte mit seinem Abschied: "Ob ich eine Zukunft beim italienischen Nationalteam ausschließe? Ich schließe niemals irgendetwas aus." Ein Treuebekenntnis sieht anders aus.

Seit Donadoni Marcello Lippi nach der WM 2006 auf der Trainerbank der "Squadra Azzurra" ablöste, stand er immer wieder in der Kritik. Weder die erfolgreiche Qualifikation für die EM noch das zuletzt überzeugende 3:1 gegen Portugal konnten daran etwas ändern. Nun will Donadoni mit einem Erfolg in Spanien um mehr Vertrauen werben. Die von der Öffentlichkeit geforderten Alessandro Del Piero und Antonio Cassano ließ der Coach allerdings erneut zu Hause.

Verletzungssorgen bei Vize-Weltmeister Frankreich

Ganz andere Sorgen hat man derweil beim Vize-Weltmeister Frankreich zu beklagen. Vor dem Duell mit den nicht für die EM qualifizierten Engländern, bei denen David Beckham vor seinem 100. Länderspiel steht, wurde die Verletztenliste von Tag zu Tag länger. So muss Trainer Raymond Domenech bei der Begegnung in Paris unter anderen die Stürmerstars Thierry Henry und Karim Benzema sowie Mannschaftskapitän Patrick Vieira ersetzen.

"Bei den Trainingseinheiten war es immer wieder spannend zu sehen, wie viele Spieler in kurzer Hose auf dem Rasen standen und wie viele zur Ambulanz mussten", meinte Domenech und flüchtete sich in Galgenhumor. Das Verletzungspech entpuppt sich für David Trezeguet allerdings als großes Glück. Der Stürmer von Juventus Turin, der mit 17 Treffern die Torjägerliste der Serie A anführt, hatte seine EM-Teilnahme eigentlich schon abgeschrieben, wurde nun aber nachnominiert. Zuletzt stand er im September 2007 für sein Heimatland auf dem Feld.

Neben Italien, Spanien und Frankreich sind am Mittwoch auch alle anderen 13 EM-Starter im Einsatz. Aus der deutschen Gruppe bekommt es Kroatien in Glasgow mit den Schotten und deren neuem Teammanager George Burley zu tun, Polen empfängt die USA in Krakau und Österreich trifft in Wien auf die Niederlande.

Neuauflage des EM-Endspiels von 2004 in Düsseldorf

In Düsseldorf kommt es indes zur Neuauflage des EM-Endspiels von 2004 zwischen dem von Otto Rehhagel trainierten Titelverteidiger Griechenland und Portugal, das auf seine angeschlagenen Stars Cristiano Ronaldo und Nani verzichten muss.

In Tschechien und Russland steht derweil wie in Italien jeweils der Trainer im Fokus. Bei den Tschechen gab Karel Brückner vor dem Spiel in Herning gegen Dänemark seinen Abschied nach der EM-Endrunde bekannt. Russlands Coach Guus Hiddink, der mit der "Sbornaja" in Bukarest auf Rumänien trifft, verlängerte hingegen seinen Vertrag bis 2010.

Abgerundet wird der Tag der Härtetests durch die Partie in London zwischen Schweden und Brasilien - 50 Jahre nach dem WM-Finalduell beider Teams - und das Gastspiel der Türken im weißrussischen Minsk. Die DFB-Elf trifft in Basel auf die Schweiz.