2008.03.28 Neuss : Bronze für deutsche Verfolgerinnen

Das deutsche Frauen-Trio hat Bronze bei der Bahnrad-WM in der 3000-m-Verfolgung eingeholt. Dagegen enttäuschten die Sprinterinnen auf der ganzen Linie.

pst1
Deutsche Verfolgerinnen holen Bronze

Die deutschen Bahnrad-Fahrerinnen haben bei den Weltmeisterschaften in Manchester in der 3000-m-Verfolgung die Bronzemedaille geholt. Es ist das dritte Edelmetall für die Deutschen, doch bei den Olympischen Spielen in Peking wird wohl erstmals in der Verbandsgeschichte des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) keine Fahrerin am Start sein. Am dritten Tag der Bahnrad-Weltmeisterschaften in Manchester war für die deutschen Sprinterinnen die Hoffnung auf ein Peking-Ticket schnell beendet.

Unterdessen räumen die Gastgeber weiter die Goldmedaillen ab. Chris Hoy in der Königsdisziplin Sprint und die britischen Verfolgerinnen sicherten den Gastgebern bereits die WM-Titel Nummer fünf und sechs.

Damit dürfte erstmals seit Einführung der olympischen Frauen-Bahnwettbewerben im Jahr 1988 die deutsche Box in Peking leer sein. Einzig Charlotte Becker (Unna) könnte das Dilemma mit dem unwahrscheinlichen Fall eines Weltmeistertitels im Punktefahren noch verhindern. Es wäre die nächste Pleite für die deutsche Mannschaft nach dem Olympia-K.o. von Robert Bartko und dem deutschen Vierer.

Edelmetall bekam Becker immerhin schon am Freitag umgehängt. Die 24-jährige Blondine aus Unna fuhr mit Verena Joos (Friesenheim), Charlotte Becker (Unna)und Alexandra Sontheimer (Freiburg) in der 3000-m-Mannschaftsverfolgung auf den dritten Platz und bescherte dem BDR-Team damit die dritte Bronzemedaille - allerdings alle in nichtolympischen Disziplinen. Zuvor hatten schon Roger Kluge (Scratch) und Miriam Welte/Dana Glöß (Teamsprint) Rang drei belegt. Das Trio ließ in der deutschen Rekordzeit von 3:26,960 Minuten im kleinen Finale Weißrussland (3:29,449) keine Chance. Der Titel ging derweil erneut an Gastgeber Großbritannien. Wendy Houvenaghel, Rebecca Romero und Joanna Rowsell setzten sich in 3:20,182 Minuten (Weltbestzeit) im Finale gegen die Ukraine (3:29,744) durch.

Im Sprint der Frauen schied Christin Muche (Chemnitz) im Hoffnungslauf aus, für Miriam Welte (Kaiserslautern) und Dana Glöß (Berlin) war in der ersten Runde schon Endstation. Für Welte war es ohnehin ein schwarzer Freitag. Weil die 21-Jährige aus Kaiserslautern das Bundeswehr-Abzeichen nach ihrem dritten Platz im Teamsprint bei der Siegerehrung angeheftet hatte, wurde sie vom Radsport-Weltverband UCI mit einer Strafe von 2000 Schweizer Franken belegt.

Im Sprint triumphierte der Brite Chris Hoy gegen den Franzosen Kevin Sireau in zwei Läufen. Bronze ging an Mickael Bourgain. Unterdessen holte sich der Weißrusse Wasili Kirijenka mit 24 Zählern den Sieg im Punktefahren. Auf den Plätzen zwei und drei landeten der Franzose Christophe Riblon (23) und der Niederländer Peter Schep (19).

Überschattet wurden die Wettkämpfe von einem schweren Sturz der sechsmaligen Weltmeisterin Natalia Tsylinskaja. Die Weißrussin kam im Sprint-Achtelfinale im Duell mit der Niederländerin Willy Kanis zu Fall und musste ins Krankenhaus von Manchester gebracht werden. Wie schwer die Verletzungen von Tsylinskaja sind, ist noch nicht bekannt.