2008.03.29 Neuss : ARD erwägt Ausstieg aus Peking-Berichterstattung

Die WDR-Intendantin Monika Piel hat in einem Interview den Ausstieg der ARD aus der Berichterstattung über die Olympischen Spiele nicht ausgeschlossen.

mdo
Berichterstattung von ARD noch offen

In der aktuellen Debatte über die Olympischen Spiele in Peking schließt WDR-Intendantin Monika Piel einen Ausstieg der ARD aus der Berichterstattung nicht aus. Würden etwa die Arbeitsmöglichkeiten für ARD-Kamerateams vor Ort eingeschränkt, "müssen wir über die Berichterstattung neu nachdenken", sagte Piel im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Focus. Piel bezeichnete die Menschenrechtsverletzungen in Tibet als "kulturellen Genozid". Es sei deshalb klüger, eine Entscheidung über einen Boykott noch "offen zu lassen".

Im Poker um die Vergabe der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga werde die ARD "im äußersten Notfall" auch das "Recht auf Kurzberichterstattung geltend machen", sagte Piel. Wenn der ARD für die Sportschau "weniger und/oder minder attraktive Spiele angeboten würden, "müssen wir uns ein anderes Fußballformat für diesen Sendeplatz einfallen lassen".

Piel stellte zudem die zukünftige Übertragung der Tour de France in der ARD in Frage. Es werde in diesem Jahr zwar wie vorgesehen gesendet, aber die Entscheidung, "wie wir in Zukunft mit der Tour umgehen, sollten wir bis zur letzten Etappe offen lassen". Auf Intendanten-Ebene sei deswegen noch keine Entscheidung über eine Fortsetzung gefallen. Wenn während der Tour 2008 erneut systematisch gedopt werde, werde die ARD aber "selbstverständlich" wieder aussteigen.