2008.03.30 Neuss : Fuchs als Teammanager beim FCK zurückgetreten

Mit Fritz Fuchs ist in dieser Saison bereits der dritte Teammanager des 1. FC Kaiserslautern zurückgetreten. Zuvor gaben bereits Michael Schjönberg und Klaus Toppmöller auf.

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Fritz Fuchs ist nicht mehr Teammanager beim FCK

Die Chaos-Saison beim abstiegsbedrohten Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern geht munter weiter. Wie der Verein am Sonntagnachmittag bestätigte, hat Teammanager Fritz Fuchs seinen Posten niedergelegt. Nach Michael Schjönberg und Klaus Toppmöller nahm somit bereits der dritte sportliche Leiter beim FCK in dieser Saison seinen Hut.

Hintergrund des Rücktritts von Fuchs, der erst am 3. Januar die Nachfolge von Toppmöller angetreten hatte, dürfte die bevorstehende Verpflichtung des früheren FCK-Profis Stefan Kuntz als neuer Vorstandsvorsitzender der Pfälzer sein. Fuchs hatte sich in den zurückliegenden Tagen bereits mehrfach darüber beschwert, dass diese Personalie vom Aufsichtsrat ohne sein Wissen angegangen wurde und somit zusätzliche Unruhe im Abstiegskampf aufgekommen sei.

"Sache mit Kuntz war das i-Tüpfelchen

"Die Sache mit Stefan Kuntz war das i-Tüpfelchen. Es kann nicht sein, dass dies ohne Absprache mit dem sportlich Verantwortlichen gemacht wird und ich alles aus der Zeitung erfahre", sagte Fuchs dem Sport-Informations-Dienst (sid), und legte nach: "Wir sitzen gemeinsam in dem Mist und wollen gemeinsam da raus. Und dann machen irgendwelche Leute Alleingänge."

Die harsche Kritik von Fuchs ging klar in die Richtung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Buchholz, der die Verpflichtung von Kuntz - der seinen Vertrag als Manager des Bundesligisten VfL Bochum unter der Woche auflöste - zuletzt stark vorangetrieben hatte.

"Wir hatten gerade Ruhe und waren auf dem aufsteigenden Ast - und dann kommt so etwas aus dem Untergrund. Ich habe eine Woche über meine Situation nachgedacht und musste so entscheiden. Mit mir kann man das nicht machen", erklärte Fuchs, der sich am Sonntag von der Mannschaft und Trainer Milan Sasic verabschiedete.

Kritik nur an Art der Vorgehensweise, nicht an Kuntz

"Milan wollte mich noch umstimmen. Aber ich wollte ein Zeichen setzen, dass es so hier nicht weitergehen kann. Ich lege noch wert auf Werte. Ich habe der Mannschaft meine Gründe erklärt und sie hat es verstanden. Sie kann unbelastet in Osnabrück spielen", meinte Fuchs.

Der 64-Jährige legte trotz seiner Kritik hinsichtlich der Kuntz-Verpflichtung Wert auf die Feststellung: "Das hat mit Stefan Kuntz nichts zu tun. Wenn man so einen Mann holen kann, dann setzt man sich in einem gesunden Verein zusammen, bespricht dieses Thema und fällt dann eine Entscheidung. Dann hätte er völlig unbelastet kommen können."

Indirekter Aufruf zur Abwahl des Aufsichtsrats

Wie verärgert Fuchs über die Arbeit der Klub-Verantwortlichen ist, machte der Ex-Sportchef mit einer letzten Äußerung deutlich, in der er indirekt die FCK-Mitglieder zur Abwahl des Aufsichtsrats aufrief: "Was jetzt beim FCK passiert, liegt nicht mehr in meiner Macht. Das liegt allein in der Macht der Mitglieder."

Wenn Vorstands-Boss Erwin Göbel von dieser Äußerung gewusst hätte, dann hätte er Fuchs in seiner Presse-Erklärung sicher nicht mehr so gelobt, wie er es getan hat: "Der FCK bedankt sich bei Fritz Fuchs für seine engagierte Arbeit. Er kam im Januar 2008 in einer sehr schwierigen Zeit zum FCK und erklärte sich bereit, ehrenamtlich zu helfen. Er hat im hohen Masse zur Stabilisierung im sportlichen Bereich beigetragen."