2008.03.30 Neuss : Hertha muss ins "Favoritengrab" nach Cottbus

Zwei Wochen nach dem 2:0 gegen den FC Bayern will Energie Cottbus heute im heimischen Stadion Hertha BSC ein Schnippchen schlagen. Im zweiten Match spielt Stuttgart in Hannover.

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Pal Dardai (r.) im Hinspiel gegen Energies Mariusz Kukielka

Stolpert nach dem FC Bayern nun auch der Rivale aus der nahen Hauptstadt im Cottbuser Stadion der Freundschaft? Zwei Wochen nach dem 2:0-Erfolg gegen den Rekordmeister trifft der FC Energie heute (17 Uhr/live bei Premiere) im Berlin-Brandenburg-Derby der Bundesliga auf Hertha BSC Berlin. "Wir wollen an die Leistung aus dem Spiel gegen Bayern München anknüpfen", sagt der slowenische Coach Bojan Prasnikar und erhofft sich eine erneute Meisterleistung seiner Schützlinge. Sein Motto fürs Derby: "Wir müssen aggressiv sein. Bei allem Willen und aller Motivation dürfen wir aber aus unserem System nie ausscheren."

Die Heimbilanz der Brandenburger gegen Berlin lässt sich sehen. Aus den bislang vier Derbys im Stadion der Freundschaft ging man dreimal als Sieger hervor. Prasnikar schenkt den Zahlen jedoch keine Bedeutung. "Was nützt uns die Statistik, wenn wir am Ende mit leeren Hände dastehen", sagt der Trainer, dessen Team nach fünf Niederlagen aus acht Rückrunden-Partien mit dem Rücken zur Wand steht.

"Da Silva einzusetzen, wäre kein Risiko"

Vor einer Rückkehr ins Team steht der Brasilianer Vragel da Silva. Der Abwehrspieler hat seine Langzeit-Sperre von acht Spielen in Folge eines Ellbogen-Schlages abgesessen. "Da Silva einzusetzen, wäre kein Risiko. Er war vor seiner Sperre einer der stabilsten Spieler", sagte Prasnikar. Fraglich ist Igor Mitreski (Muskelprobleme). Sollte er fehlen, könnte Ivan Radeljic in die Abwehrkette rücken.

Cottbus genießt wegen des Sieges gegen Bayern bei Gegner Hertha BSC Respekt. "Seit dem 2:0 gegen München weiß man, dass die Trauben dort hoch hängen", sagte Herthas Manager Dieter Hoeneß. Spätestens nach der 1:2-Niederlage am Osterwochenende gegen Schalke ist für Berlin die Saison gelaufen. Sowohl der Kampf ums internationale Geschäft als auch der Abstiegskampf findet ohne die Hertha statt. "Wir müssen die Saison nutzen, um uns einzuspielen und Selbstvertrauen zu tanken", forderte Kapitän Arne Friedrich. Sein Abwehrkollege Josip Simunic fehlt wegen der fünften Gelben Karte.

Zur Erleichterung der Berliner kehrt Marko Pantelic zurück ins Team. Der Serbe, der zurzeit um einen neuen Vertrag bei der Hertha pokert, hat seine Wadenverletzung überwunden. Ob Pantelic, ohne den Hertha seit August 2005 kein Liga-Spiel mehr gewinnen konnte, von Anfang an auflaufen wird, wollte Trainer Lucien Favre nicht verraten. Eine Alternative wäre Waleri Domowtschiski, der nach seinem Wechsel von Lewski Sofia bislang noch nicht zum Einsatz kam.

VfB hat Platz fünf im Visier

Der deutsche Meister VfB Stuttgart will seinen Höhenflug mit zuletzt fünf Siegen aus sechs Spielen am Sonntag bei Hannover 96 (17.00 Uhr/live bei Premiere) fortsetzen. Die Schwaben haben den fünften Platz, der zur Teilnahme an den UEFA-Cup berechtigt, wieder ins Visier genommen. Gestört fühlte man sich in den letzten Tagen vom Trubel um Stürmer Mario Gomez. Nach seinen zwei Toren im Länderspiel gegen die Schweiz (4:0) hatte das Interesse von Spaniens Rekordmeister Real Madrid für Aufregung gesorgt. "So langsam nervt es", sagte VfB-Manager Horst Heldt.

Bei Gastgeber Hannover 96 läuft es in der Rückrunde nicht rund. "Wir haben noch nicht die Leichtigkeit und die mannschaftliche Geschlossenheit der Hinrunde gefunden", sagte Trainer Dieter Hecking, dessen Team seit der Winterpause nur einmal gewinnen konnte. Mut macht den Niedersachsen das Hinspiel, als man mit 2:0 gewann.