2008.04.03 Neuss : Deutsche Damen turnen auf Rang sechs

Mit einem überraschenden sechsten Platz hat die deutsche Damenriege die Qualifikation bei den Kunstturn-Europameisterschaften im französischen Clermont-Ferrand beendet.

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Starke Vorstellung von Oksana Chusovitina

Erstmals in der Kunstturn-Geschichte haben die deutschen Athletinnen bei den Europameisterschaften im französischen Clermont-Ferrand das Mannschaftsfinale erreicht. Das Quintett des Deutschen Turner-Bundes (DTB) kam in der Qualifikation auf 173,650 Punkte und geht von einem kaum erwarteten Rang sechs aus in die Medaillenentscheidung am Samstag (14.00 Uhr/live bei Eurosport).

Klarer Qualifikationssieger war das Quintett aus Rumänien (181,350), den Ex-Weltmeisterinnen am nächsten kamen Russland (176,425) und Italien (175,45). Doch als diese Teams noch im Wettkampf standen, durften die Schützlinge von Cheftrainerin Ulla Koch bereits feiern, denn sie hatten sich im Maison des Sports den Finalplatz schon im vorletzten Qualifikationsdurchgang gesichert.

Chusovitina mit starker Vorstellung

Den Hauptanteil am überraschend guten Zwischenergebnis hatte der starke Auftritt von Oksana Chusovitina. Die Wahl-Kölnerin, die in Peking vor ihren fünften Olympischen Spielen steht, sammelte insbesondere am Boden und am Sprung wertvolle Zähler. An beiden Geräten erreichte die 32-Jährige problemlos den Endkampf am Sonntag. Pech hingegen hatte die Tübingerin Marie-Sophie Hindermann, die beim Sprung und nach einer Weltklasseübung am Stufenbarren beim Abgang stürzte und das Finale daher knapp verpasste.

"Es war eine wunderbare Übung mit einer tollen Leistung von Marie-Sophie. Beim Abgang hatte sie aufgrund ihrer Erkrankung eine konditionelle Schwäche", sagte Koch. Die 16-Jährige hatte wegen Hüftproblemen das Training sehr sorgfältig dosieren müssen.

Hindemann trotz Patzer gelassen

Auch Hindermann selbst sah den Patzer am Stufenbarren gelassen: "Ich habe immerhin meine neue Übung gezeigt, die ich in Peking machen möchte. Wenn da jetzt der Abgang noch nicht klappt, ist das schon in Ordnung." Die Schülerin hat durch ein neues Flugteil und eine schwieriger Stalder-Grätsche den Schwierigkeitsgrad ihrer Übung von 6,9 auf 7,4 Punkte erhöht.

Am Freitag steht in Clermont-Ferrand nur die Mannschafts-Entscheidung bei den Juniorinnen auf dem Programm. Daher kann sich die deutsche Olympiariege ohne Wettkampfstress auf das samstägliche Team-Finale vorbereiten.