2008.04.05 Neuss : Entlassener Kuttin rechnet mit DSV ab

Der entlassene Nachwuchs-Cheftrainer Heinz Kuttin fühlt sich vom DSV übergangen. "Alle, die lautstark diskutierten durften ihren Job behalten, nur ich nicht", so Kuttin frustriert.

nse
Entlassener Kuttin sieht sich als Bauernopfer

Nachdem der Nachwuchs-Cheftrainer-Posten neu besetzt wurde, übt Ex-Trainer Heinz Kuttin Kritik am Ablauf der Neuordnungen im Deutschen Skiverband (DSV). Der Österreicher hatte keinen neuen Vertrag erhalten, sitzt nun "frustriert zu Hause" und sieht sich als "Bauernopfer". "Wir sprachen uns zwar aus, aber die, die intern lautstark diskutierten, durften ihren Job behalten. Nur ich nicht", sagte Kuttin im Interview mit einem österreichischen Internetportal. Der Kärntner hatte Andreas Wank (Oberhof) als ersten Deutschen seit 1996 zum WM-Titel bei den Junioren geführt.

Der DSV habe ihm keine Gründe genannt, warum er keinen neuen Vertrag erhalten habe. Es werde in Deutschland nur Blödsinn gesprochen und keiner konnte ihm Auskunft geben: "Am Erfolg kann es nicht gescheitert sein, denn so erfolgreich, wie wir heuer waren, war in ganz Deutschland noch keiner." Das sein bisheriger Co-Trainer Stefan Horngacher nun seinen Posten übernommen habe, habe Kuttin nur aus den Medien erfahren.

Werner Schuster ist Nachfolger von Heinz Kuttin

Der neue Chefcoach Werner Schuster wisse genau, warum er jetzt nach Deutschland ginge, denn tiefer als die A-Mannschaft in dieser Saison könne man nicht mehr sinken. Als Hauptschuldigen der Misere sieht der 37-Jährige Ex-Bundestrainer Peter Rohwein. "Wir haben zwei Jahre sehr Gutes aufgebaut. Das einzige Hindernis war Peter Rohwein, da er nichts zusammenbrachte. Er arbeitete vier Jahre lang ohne eine richtige Linie vorzugeben. Wir hatten im Nachwuchs eine Linie, waren aber die Blöden", meinte Kuttin.

Der frühere Weltklasse-Athlet ist sich sicher, dass der Erfolg nach Deutschland schnell wieder zurückkommen wird. "Davon bin ich überzeugt. Für mich war Peter Rohwein, sowohl fachlich, als auch von der Führungskraft, nicht in der Lage, das Richtige zu machen. Er hatte keine Linie und wollte sich von den Stützpunkttrainern nichts vorgeben lassen", sagte Kuttin. Rohwein habe Leute wie Stephan Hocke (Schmiedefeld) und Georg Späth (Oberstdorf) nach der Aufbauarbeit in den Stützpunkt übernommen und kaputt gemacht.