2008.04.06 Neuss : Europäische Le-Mans-Serie startet in Barcelona

Die neugegründete europäische Le-Mans-Serie (LMS) beginnt heute mit dem Rennen in Barcelona. Für Autohersteller Audi hat die Rennserie "einen sehr hohen Stellenwert".

bto
Audi-Chef Wolfgang Ullrich tanzt mit Audi auf vielen Hochzeiten

Nach den Triumphen in den USA bei der American-Le-Mans-Serie (ALMS) will der Ingolstädter Auto-Konzern Audi mit Diesel-Power nun auch Europa erobern. Die erste Bewährungsprobe, um auch auf dem alten Kontinent auf Erfolgskurs zu gelangen, ist heute (ab 11.35 Uhr), wenn auf dem Formel-1-Kurs vor den Toren Barcelonas die neue europäische Le-Mans-Serie (LMS) mit einem 1000-Kilometer-Rennen die Saison einläutet.

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich hat an diesem Wochenende die Qual der Wahl. Denn neben dem LMS-Auftakt findet noch der zweite Lauf zur ALMS in St. Petersburg/Florida statt, und auf der Düsseldorf "Kö" präsentiert sich die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) mit dem neuen Zugpferd Ralf Schumacher den Fans.

"Ich bin bis Samstag beim LMS-Saisonstart, nach dem Qualifying in Barcelona fliege ich nach Düsseldorf", sagt Ullrich dem Sport-Informations-Dienst (sid). Die neue Le-Mans-Serie habe für Audi einen sehr hohen Stellenwert: "In der LMS haben wir die Möglichkeit, den R10 TDI in Europa nicht nur bei den 24 Stunden von Le Mans einzusetzen, sondern bei fünf weiteren Langstrecken-Rennen."

Erneutes "Diesel-Duell" gegen Peugeot

Laut Ullrich läuft das Geschäft mit dem Diesel super. Jeder zweite Audi-Neuwagen sei ein TDI. "Mit unserem Werks-Engagement in der Le-Mans-Serie wollen wir noch mehr Kunden von den Vorteilen der TDI-Technologie überzeugen", begründet der "Herr der vier Ringe".

In der LMS kommt es auch wieder zum Duell der Diesel-Giganten gegen Peugeot. Dies sei aber nicht der einzige starke Gegenspieler, betont Ullrich: "Wir wissen, dass uns in der LMS eine schwierige Aufgabe erwartet. Aber Audi und Audi Sport sind es gewohnt, sich großen Herausforderungen zu stellen."

Das Rennen in Barcelona gebe seinem Team außerdem vor den 24 Stunden von Le Mans eine weitere Möglichkeit der Standortbestimmung. Ullrich: "Unser ganz großes Ziel bleibt der dritte Sieg in Folge mit einem Dieselmotor in Le Mans. Wir wissen, wie schwierig diese Aufgabe ist."

Nürburgring begrüßt Le-Mans-Serie am 17. August

Insgesamt sind in der LMS fünf Rennen vorgesehen, darunter die Langstrecken-Klassiker in Monza (Italien), Spa (Belgien), Silverstone (Großbritannien) und - der Höhepunkt aus deutscher Sicht: das 1000-km-Rennen am 17. August auf dem Nürburgring.

Der Klassiker wird seit 1953 auf dem Nürburgring ausgetragen und ist das einzige Rennen für Sportprototypen auf dem Eifelkurs. Motorsport-Idole wie Jacky Ickx, Stirling Moss oder Jochen Mass konnten sich hier bereits in die Siegerlisten eintragen.

"Beim 1000-km-Rennen bringen wir das einzigartige Flair des 24-Stunden-Rennens von Le Mans in die Eifel", sagte Organisationsleiter Peter Geishecker: "Mit dem Start der Werks-Audi wird die Veranstaltung, die seit 2004 eine Renaissance erlebt, noch weiter aufgewertet."

Auch für Ullrich ist die LMS eine Serie im Aufwind. In der LMS würden die klassischen 1000-Kilometer-Rennen wieder aufleben, die in den 70er-Jahren sehr populär gewesen seien, erzählt der Sportchef: "Daran und an den Erfolg der 24 Stunden von Le Mans knüpft die LMS an. Und das auf Rennstrecken, die sich hervorragend für die schnellsten Sportwagen der Welt eignen."

Der Circuit de Catalunya am Stadtrand von Barcelona ist seit 1991 Austragungsort des spanischen Formel-1-Rennens und seit zwei Jahren auch Schauplatz des spanischen DTM-Gastspiels. Der 4,655 km lange Kurs gilt mit seinen schnellen Kurven als anspruchsvoll. Für die 1000-Kilometer-Distanz werden die Sport-Prototypen je nach Witterungsbedingung zwischen fünf und sechs Stunden benötigen.