2008.04.07 Neuss : "Der kleine Massa wieder ganz groß"

Die internationale Presse hat nach dem Großen Preis von Bahrain viel Lob für Sieger Felipe Massa und Ferrari, aber auch Kritik für "Startdepp" Lewis Hamilton übrig.

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Felipe Massa freut sich über seinen Sieg

Die geglückte Revanche von "Wüstenkönig" Felipe Massa und der Alptraum von Lewis Hamilton waren die wesentlichen Inhalte in den Berichten der europäischen Presse zum Formel-1-Rennen in Bahrain. "Sinfonie Ferrari: Massa siegt", schreibt der Corriere dello Sport, und die Gazzetta ergänzt: "Massa erlebt seine Wiedergeburt in der Wüste."

Hart gehen vor allem die englischen Zeitungen mit ihrem Landsmann Lewis Hamilton ins Gericht. "Er verlässt den Ort der Schmach in Windeseile durch den Hinterausgang", berichtet die Times.

ITALIEN

Corriere dello Sport: "Sinfonie Ferrari: Massa siegt. Ferrari feiert die Wiederaufstehung des Brasilianers, der ein tadelloses Rennen bestritten hat. Nur BMW hält ihm stand. Massa hat dieses große Talent, in Sackgassen zu geraten und mit Eleganz einen Ausweg zu finden. Ohne Pannen ist Ferrari das beste Auto der Formel 1."

Gazzetta dello Sport: "Massa erlebt seine Wiedergeburt in der Wüste, der Alptraum ist zu Ende. Der echte Ferrari 2008 siegt problemlos und erreicht allein das Ziel. Fehlerloser Massa, großartiger Start, Rennen ohne Hetze, keine gefährlichen Gegner hinter ihm."

Tuttosport: "Ferrari ist wieder zurück. Doppelsieg in Bahrain. Massa siegt und Räikkönen übernimmt die Spitze. Hamilton ist eine Katastrophe. Ferrari hatte in den ersten beiden Rennen der Saison 18 Punkte verfehlt, doch in Bahrain konnte nichts und niemand die roten Flitzer stoppen. Nach zwei katastrophalen Rennen feiert Massa seine Revanche, doch für ihn sind die Prüfungen nie zu Ende. Raikkönen war nicht in Spitzenform, er begnügt sich mit dem zweiten Platz."

Repubblica: "Massas Revanche. Kein Fehler, keine Unsicherheit trüben sein Rennen in Bahrain. Der Brasilianer hat ein perfektes Rennen bestritten, obwohl die Rennbahn voller Sand war. Er hat den Druck gespürt und positiv reagiert. In einer der schwierigsten Phasen seiner Karriere hat Massa seine Klasse bewiesen. Jetzt kommt es zum Duell zwischen Ferrari und BMW."

ENGLAND

Daily Telegraph: "Hamilton hatte es sehr eilig, aus Bahrain zu verschwinden. Lewis war wie ein Boxer, der auf allen Vieren durch den Ring krabbelt und seinen Mundschutz sucht. Noch ist es aber zu früh, die Hamilton-Saga umzuschreiben."

Daily Mail: "Hamilton flieht aus seinem Alptraum. Ein fehlerfreier Massa beendet die Diskussionen um seine Zukunft bei Ferrari und schenkt den Roten einen 1-2-Sieg."

Times: "Hamilton erlebt das frustrierendste Wochenende seiner noch jungen Formel-1-Karriere. Ein Fehler beim Start und ein Crash ausgerechnet mit Alonso bescheren ihm sein bisher schlechtestes Ergebnis. Er verlässt den Ort der Schmach in Windeseile durch den Hinterausgang und bleibt der roten Party fern."

Daily Express: "Ein Desaster, sagt Lewis und macht sich aus dem Staub. Er verlässt den Ort der Schmach ausgerechnet in einem goldenen Auto. Seine Familie und sein Team bleiben als Zaungäste der Ferrari-Party ratlos zurück."

SPANIEN

La Vanguardia: "Der schlechteste Saisonstart für Alonso seit seinem Formel-1-Debüt 2001 mit Minardi. Doppelsieg für Ferrari. Massa revanchiert sich für seinen miserablen Auftakt. BMW führt die Konstruktionswertung an."

AS: "Hamilton kollidiert mit Alonso. Massa siegt, der Spanier nur Zehnter und Räikkönen übernimmt die Führung. Alonso Opfer der Ungeschicklichkeit Hamiltons. Kubica und Heidfeld mit BMW problemlos vor McLaren. Die Ungeduld Hamiltons verhinderte seine Aufholjagd."

Marca: "Hamilton nach Zusammenstoß hinter Alonso. Der umstrittene Massa rächt sich an seinen Kritikern und siegt in Bahrain. Heidfeld, mit dem besten Überholmanöver des Rennens gegen Kovalainen, landet auf Platz vier und ist Zweiter in der Gesamtwertung."

El Mundo Deportivo: "Verschiedene selbstverschuldete Irrtümer Hamiltons brachten ihm nur Platz 13. Massa führt das Ferrari-Doppel mit BMW im Rücken an. BMW etwas mehr als nur die dritte Kraft der WM."

Sport: "Ein Festival Ferraris. Massa führt Ferrari-Doppelsieg an. Hamilton ging in Bahrain unter. BMW vor McLaren. Alonso braucht ein wettbewerbsfähiges Auto."

ÖSTERREICH

Kurier: "Massa dominiert, BMW überrascht sich selbst. Der sechste Grand-Prix-Sieg seiner Karriere war eine Genugtuung für Massa, der zuletzt durch zwei Fahrfehler in die Kritik der italienischen Medien gekommen war. Mindestens ebenso laut wie bei der Scuderia wurde bei BMW-Sauber gefeiert. Der deutsch-schweizerische Rennstall führt erstmals in der Geschichte die Konstrukteurs-WM an."

Tageszeitung Österreich: "Massa zurück aus dem Nichts. Der Buhmann siegt vor Räikkönen. Der Sieg in Bahrain war für Massa wie ein Befreiungsschlag, eine souveräne Vorstellung an der Spitze. Hamilton, der Startdepp. Das Super-Image von Lewis Hamilton kriegt schwere Kratzer ab."

Krone: "Hamilton flüchtete während der Ferrari-Hymne. Start verpatzt, dann Auffahrunfall gegen Alonso, bei jedem Überholversuch mit der Faust gedroht, 13. Platz - das schlechteste Ergebnis, seit er Formel 1 fährt. Der BMW-Gipfelsturm geht weiter. Die weiß-blaue Rakete aus München stürmte an die Spitze der Konstrukteurs-WM."

Der Standard: "Ferrari schwimmt im Rosenwasser. Ferrari fuhr im Grand Prix von Bahrain den 77. Doppelerfolg der Geschichte heraus. Der Schluck vom Rosenwasser, das anlässlich der Siegerehrung und aus Rücksicht auf die religiösen Gepflogenheiten im Königreich in den überdimensionierten Champagnerflaschen gereicht wurde, ließ Massa nur kurz die Gesichtszüge entgleisen."

Salzburger Nachrichten: "Massa ist der Wüstenfuchs. Der Brasilianer fuhr heuer erstmals fehlerlos und ist zurück im Titelrennen. Doch das Wochenende gehörte BMW-Sauber. Dass der erste Sieg nahe ist, unterstrichen Kubica und Heidfeld nicht nur mit den Plätzen drei und vier, sondern der ersten Pole Position des Polen Kubica in der Formel 1."

Kleine Zeitung: "Der kleine Massa wieder ganz groß. Massa darf wieder träumen. Der Brasilianer hat sich in der Wüste eindrucksvoll zurückgemeldet."

Heute: "Massa bleibt der Wüstenkönig. Die Sakhir-Wüste erstrahlt auch heuer ganz in Rot. Samba-Gasfuß Massa konterte mit seinem Sieg frech jene Kritiker, die ihn nach den bisherigen zwei Nullnummern verbal zerrissen hatten."