2008.04.07 Neuss : Formel 1 traut "Schumi" Motorrad-Karriere zu

Die Formel 1 traut Rekordweltmeister Michael Schumacher eine erfolgreiche Motorrad-Karriere zu. "Wenn es ihm Spaß macht, soll er es machen", sagte Sebastian Vettel dem sid.

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Michael Schumacher macht auch auf zwei Rädern eine gute Figur

Michael Schumachers Ausflug in den Motorrad-Rennsport bleibt im Formel-1-Zirkus ein Thema. Die Ex-Kollegen des siebenmaligen Weltmeister können sich den Kerpener durchaus in Zukunft professionell auf zwei Rädern vorstellen. "Schumi" hatte die Serie seiner spektakulären Auftritte auf zwei Rädern in Mugello zuletzt mit einem Test für das Moto-GP-Team von Ducati gekrönt - danach aber jegliche Pläne für den professionellen Einstieg in die Motorrad-"Königsklasse" dementiert.

"Ich glaube, er würde das gern machen - das einzige Hindernis könnte sein Alter sein", sagte Williams-Pilot Nico Rosberg am Rande des Großen Preises von Bahrain dem Sport-Information-Dienst (sid): "Aber er hat als Ausnahmeerscheinung natürlich das Talent dafür - so groß ist der Unterschied zwischen Auto und Motorrad in dieser Beziehung nicht." Bislang ist noch niemandem der erfolgreiche Umstieg von der Formel 1 in die Motorrad-Weltspitze geglückt - umgekehrt wurde nur der Brite John Surtees auf zwei und später vier Rädern Weltmeister.

"Ich möchte nicht der neue Casey Stoner oder Valentino Rossi werden"

Der 39-jährige Schumacher testet momentan offenbar, wie weit nach vorn er kommen könnte. Bei den Moto-GP-Testfahrten ersetzte er kurzfristig den verletzten Vittoriano Guareschi und fuhr bei schwierigen Wetterbedingungen auf dem aktuellen Modell von Weltmeister Casey Stoner 42 Runden mit einer Bestzeit von 1:58,0 Minuten. "Es war wieder einmal klasse, die Ducati zu fahren", erklärte Schumacher: "Aber ich möchte nicht der neue Casey Stoner oder Valentino Rossi werden. Dafür hätte ich 20 Jahre eher anfangen müssen."

Trotzdem war er bei seinem ersten großen Zweiradrennen in der KTM-Super-Duke-Trophy gleich auf einem glänzenden vierten Platz gelandet und dabei die zweitschnellste Runde im Feld gefahren. "Ich bin total überrascht über meinen Erfolg, weil ich erst vor kurzem damit angefangen habe", meinte Schumacher. Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda findet das überhaupt nicht erstaunlich, "weil Michael halt dieses ganz spezielle Gefühl für jede Art von Fahren hat".

Das konnte Sebastian Vettel beim gemeinsamen Auftritt mit Schumacher beim Race of Champions im Dezember in London live miterleben. Das Supertalent findet den Ausflug seines Vorbildes in die Zweirad-Welt deshalb auch vollkommen in Ordnung. "Wenn es ihm Spaß macht, soll er es machen. Es ist sein gutes Recht, nach Ende seiner Formel-1-Fahrerkarriere das zu tun, was er will", sagte Vettel dem sid: "Mir ist es ziemlich wurscht, ob er Motorrad oder Mountainbike mit Stützrädern fährt."

Eine derart lässige Einstellung hat der ehemalige Ferrari-Teamchef Jean Todt nicht, er zählt zu den erklärten Gegnern einer Zweirad-Karriere seines langjährigen Wegbegleiters: "Diese Entscheidung passt mir absolut nicht." Schließlich ist Schumacher weiterhin als Testfahrer und Berater für Ferrari aktiv - damit ist der Familienvater aber offenbar nicht ausgelastet.