2008.04.07 Neuss : Rückkehr von Stefan Kuntz zum 1. FCK ist perfekt

Der ehemalige Bochumer Sportdirektor, Stefan Kuntz, heuert als Vorstandsvorsitzender bei dem stark abstiegsbedrohten 1. FC Kaiserslautern an.

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Stefan Kuntz wird Boss des 1.FCK

FCK-Ikone Stefan Kuntz hat sich von den massiven Problemen beim abstiegsgefährdeten Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern nicht abschrecken lassen und will den Pfälzer Traditionsverein aus der Dauerkrise führen. "Ich gehe das Risiko und marschiere jetzt voran", sagte der Europameister von 1996 dem Internetportal Sport1.de.

Kuntz wird Erwin Göbel als Klubboss ablösen und am Dienstag um 10.00 Uhr im Fritz-Walter-Stadion offiziell als neuer mächtiger Mann der Roten Teufel vorgestellt. Dann wird Kuntz auch sein sportliches und wirtschaftliches Konzept präsentieren.

Noch am Montagabend erklärten daraufhin die ehrenamtlichen Vorstände Hans-Artur Bauckhage und Rolf Landry jeweils ihren Rücktritt mit sofortiger Wirkung.

"Das wird keine One-Man-Show"

Kuntz will auf Teamwork setzen und stapelt zunächst tief. "Wenn man neu irgendwo hinkommt, dann sollte man den Ball relativ flach halten. Denn diese anfänglichen Schlagzeilen holen einen immer wieder ein", erklärte Kuntz: "Das wird auch keine One-Man-Show, sondern muss aus einem starken Team heraus passieren."

In der vergangenen Woche hatte Kuntz seinen Vertrag beim Erstligisten VfL Bochum als Sportdirektor aufgelöst und damit den Weg für die Rückkehr zum viermaligen deutschen Meister freigemacht. Nun wird er das Amt des Vorstandsvorsitzenden beim Traditionsklub einnehmen.

Zwischen 1989 und 1995 trug Kuntz das FCK-Trikot in 170 Bundesligaspielen und erzielte dabei insgesamt 75 Treffer. Mit dem FCK wurde er 1990 DFB-Pokalsieger und ein Jahr später deutscher Meister.

Kuntz als Hoffnungsträger beim abstiegsbedrohten Traditionsverein

Mit dem Engagement von Kuntz sind beim FCK zehn Jahre nach dem letzten Gewinn der deutschen Meisterschaft die Hoffnungen auf ein Ende der sportlichen und finanziellen Misere verknüpft. Ob der Absturz in die dritte Liga bei sechs Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz noch abgewendet werden kann, ist zwar fraglich, doch für die Zukunft haben die Pfälzer wieder neuen Mut geschöpft. "Wir wollen in drei bis fünf Jahren wieder in der Bundesliga sein. Stefan Kuntz ist Teil dieses Zukunftsprojekts, was auch unser Hauptsponsor mit uns angehen will", hatte Aufsichtsrat Dieter Rombach zuletzt erklärt.

Die Rückkehr von Kuntz hat der FCK auch seinem Edelfan Kurt Beck zu verdanken. Der SPD-Chef hatte jedenfalls nicht dementiert, bei dieser Personalie seine Hände im Spiel gehabt zu haben. "Mich verbindet eine langjährige Freundschaft zu Stefan Kuntz. Da ist man immer in Verbindung. Und wenn jemand nach einem Rat fragt, dann gibt man den", hatte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident erklärt. Mit Kuntz habe der FCK wieder eine "langfristige Perspektive".