2008.04.08 Neuss : Weltschiedsrichter Merk beendet Karriere

Der deutsche Referee Markus Merk wird nach der Saison seine Karriere beenden. "Jetzt ist für mich der ideale Zeitpunkt, eine tolle Zeit zu beenden", erklärte der 46-Jährige.

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Referee Markus Merk beendet Karriere

Der dreimalige Weltschiedsrichter Markus Merk hat verkündet, dass er nach der laufenden Bundesliga-Saison seine Karriere als Referee beenden wird. "Jetzt ist für mich der ideale Zeitpunkt, eine tolle Zeit zu beenden, ohne dass negative Momente die Positiven überdecken", begründete der 46-jährige Merk in der Rheinpfalz seinen geplanten Rückzug, den er bereits vor zwei Wochen dem DFB-Schiedsrichterausschuss-Vorsitzenden Volker Roth mitgeteilt hatte. Damit werden für Markus Merk die letzten sieben Spieltage in der Fußball-Bundesliga zu einer vorgezogenen Abschiedstournee. Wenn am 17. Mai die Saison endet, dann ertönt gegen 17.15 Uhr am Samstagnachmittag auch für den dreimaligen und amtierenden Weltschiedsrichter der Schlusspfiff.

"Ich gehe als amtierender Weltschiedsrichter"

Nach 20 Jahren als Bundesliga-Referee und auf eigenen Wunsch beschließt Merk in fünfeinhalb Wochen vorzeitig seine Karriere. "Ich gehe als amtierender Weltschiedsrichter. Eine größere Wertschätzung konnte ich mit der dritten Wahl nicht erfahren", fügte Merk hinzu. Ursprünglich hätte Merk gemäß der "Altersstatuten" des DFB noch bis Mai 2009 erstklassig im Einsatz sein dürfen. "Eine feste Altersgrenze ist paradox. Das empfinde ich als Diskriminierung. Ich könnte den jetzigen Test zweimal hintereinander absolvieren, so fit bin ich.", sagte Merk.

Seit 1984 DFB-Referee

Aufgrund der Altersgrenze war Merk am 1. Januar 2008 von der Liste des Weltverbandes FIFA gestrichen worden. In der Bundesliga hätte der Zahnarzt noch bis Mai 2009 pfeifen können. Merk hatte 2004, 2005 und zuletzt 2007 die Wahl zum Weltschiedsrichter gewonnen. Seit 1984 war der passionierte Ausdauersportler als DFB-Referee tätig, seit 1988 als Unparteiischer in der Bundesliga. Der Otterbacher hat bislang 334 Bundesliga-Partien und 50 Länderspiele geleitet.

Die Teilnahmen an den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 sowie den Europameisterschaften 2000 und 2004, bei der er das Finale zwischen Griechenland und Portugal leitete, gehörten zu den Höhepunkten in der Karriere des sechsmaligen DFB-Schiedsrichters Merk. 2003 leitete Merk zudem das Champions-League-Finale zwischen dem AC Mailand und Juventus Turin (3:2 n.E.) in Manchester.

Schiri-Boss Roth nahm die Ankündigung wehmütig auf. "Das ist bedauerlich und ein großer Verlust für uns. Markus Merk hat durch seine außerordentlichen Leistungen, sein Durchsetzungsvermögen und seine Persönlichkeit bestochen", lobte Roth die Charakterstärke des abtretenden Merks.

Arbeit im Schiedsrichterausschuss möglich

In Erinnerung wird er Profis, Trainern und Fans als der konsequente Doktor Merk bleiben, der mal auf eine verbindliche, mal auf eine autoritäre Art und Weise die Dinge auf dem Feld regelte. Und dies auf nationaler wie auch internationaler Bühne, auf der Merk aufgrund der dortigen Altersgrenze letztmals im November 2007 stand.

Nicht ausgeschlossen, dass der Pfälzer in den kommenden Jahren als Mitglied im DFB-Schiedsrichterausschuss für sein "Vermächtnis", die Einführung des Videobeweises, kämpfen wird. "Darüber ist zwar noch nicht gesprochen worden, das wäre aber denkbar", sagte Roth auf sid-Anfrage. Auch Merks Lieblingsklub 1. FC Kaiserslautern, bei dem er seit seiner Kindheit Mitglied ist, soll um die Dienste des Bundesverdienstkreuz-Trägers buhlen. Der Betzenberg befindet sich nur 300 Meter von Merks Elternhaus entfernt.