2008.04.10 Neuss : Bayers B-Elf bezwingt Zenit und scheidet aus

Bayer Leverkusen hat die Sensation verpasst. Der Bundesligist gewann zwar das Viertelfinal-Rückspiel bei Zenit St. Petersburg 1:0, muss sich aber aus dem UEFA-Pokal verabschieden.

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Sascha Dum im Zweikampf mit Alexander Anjukow

Wunder verpasst, aber Ehre gerettet: Bayer Leverkusen hat sich beim Betriebsausflug nach St. Petersburg mit Anstand von der Europapokal-Bühne verabschiedet. Die Rheinländer verbuchten mit einer besseren B-Elf im Viertelfinal-Rückspiel des UEFA-Pokals einen 1:0 (1:0)-Sieg bei Zenit St. Petersburg und betrieben nach der 1:4-Pleite im Hinspiel ein wenig Wiedergutmachung. Damit war für Bayer aber dennoch wie im Vorjahr Endstation im Viertelfinale, während sich der russische Meister erstmals in der Vereinsgeschichte für ein europäisches Halbfinale qualifizierte.

Skibbe: "Der Sieg war wichtig für den Kopf "

Vor 17.000 Zuschauern, darunter 40 Anhänger aus Leverkusen, erzielte der russische Billig-Einkauf Dimitri Bulykin den Siegtreffer für die Werkself und sorgte damit für den 57. Bayer-Sieg im 137. Europapokalspiel der Vereinsgeschichte. Zudem parierte Bayer-Keeper Rene Adler einen Foulelfmeter von Anatoli Timostschuk. Für ein Wunder reichte es indes nicht, dafür war die Hypothek nach der derben Hinspiel-Niederlage vor Wochenfrist zu groß.

"Wir haben uns selbst aus dem Sumpf gezogen. Der Sieg war wichtig für den Kopf und für das Spiel am Sonntag gegen Stuttgart", sagte Bayer-Coach Michael Skibbe und ergänzte: "Wir hätten ein zweites Tor benötigt, um Zenit nervös zu machen, aber St. Petersburg ist in der Summe der beiden Spiele verdient weitergekommen."

Adler fühlte sich in seiner Ehre gekränkt

Auch für Adler war das Spiel "eine Art Wiedergutmachung". "Nach dem Hinspiel waren wir schon in unserer Ehre gekränkt. Wir wollten zeigen, dass wir besser Fußball spielen und vor allem auch kämpfen können", sagte der Keeper weiter und Simon Rolfes ergänzte: "Heute haben wir gesehen, wie man es besser machen kann. Es war für uns wichtig, das Spiel vernünftig und mit einem Sieg zu Ende zu bringen."

"Das war eine Art Wiedergutmachung. Nach dem Hinspiel waren wir schon in unserer Ehre gekränkt. Wir wollten zeigen, dass wir besser Fußball spielen und vor allem auch kämpfen können", sagte Adler und Simon Rolfes ergänzte: "Heute haben wir gesehen, wie man es besser machen kann. Es war für uns wichtig, das Spiel vernünftig und mit einem Sieg zu Ende zu bringen."

Startelf ohne fünf Stammkräfte

An die Sensation hatte offenbar auch Skibbe nicht mehr geglaubt. Der Bayer-Coach schonte im Vergleich zum letzten Spiel bei Borussia Dortmund (1:2) am vergangenen Sonntag gleich fünf Stammkräfte. So nahmen die Nationalspieler Manuel Friedrich, Simon Rolfes, Stefan Kießling genauso wie Torschützenkönig Theofanis Gekas und Mittelfeldspieler Sergej Barbarez auf der Bank Platz.

Dafür durften die Ergänzungsspieler Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Sascha Dum, Dimitri Bulykin und Paul Freier Europacup-Luft schnuppern. Und auch der zuletzt formschwache Nationalspieler Bernd Schneider erhielt von Skibbe eine Bewährungschance.

Wider Erwarten spielte Bayer munter nach vorne und präsentierte sich in deutlich besserer Verfassung als in den letzten vier Pflichtspielen, die allesamt verloren gingen. Insbesondere Schneider, seit Wochen außer Form, war wie verwandelt. Der 81-malige Nationalspieler war auch an fast allen gefährlichen Aktionen der Gäste beteiligt.

Dicke Chance schon nach vier Minuten

So hatte Bulykin auf Zuspiel von Schneider schon in der vierten Minute die große Chance zur Führung, doch der Stürmer scheiterte freistehend an Zenit-Keeper Wjatscheslaw Malafejew (4.). In der 18. Minute machte es Bulykin besser. Nach einer feinen Flanke von Gonzalo Castro köpfte der Stürmer mit seinem zweiten Treffer im laufenden Wettbewerb Bayer in Führung.

Beim russischen Meister, der Bayer vor Wochenfrist noch eine Lehrstunde erteilt hatte, lief dagegen wenig zusammen. Torchancen waren auf Seiten der Advocaat-Elf im ersten Durchgang Fehlanzeige. Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhten die Gastgeber dann das Tempo und ließen die Leverkusener kaum mehr zur Entfaltung kommen. Vielmehr setzte Igor Denisow in der 70. Minute den Ball an den Pfosten.