2008.04.13 Neuss : Hambüchen Vierter am Reck, Chusovitina gewinnt

Die deutschen Turner haben sich beim "Turnier der Meister" in Cottbus in einer guten Form präsentiert. Fabian Hambüchen wurde am Reck Vierter, Chusovitina siegt am Stufenbarren.

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Fabian Hambüchen präsentierte sich in Cottbus in guter Form

Fabian Hambüchen hat sich beim zum Weltcup zählenden "Turnier der Meister" in Cottbus in einer hervorragenden Verfassung präsentiert. Trotz eines Sturzes vom Reck wurde Deutschlands Turn-Hoffnung vom Publikum gefeiert und lieferte auf dem "Langen Marsch" nach Peking eine gute Leistung ab. Der 20-Jährige von der TSG Niedergirmes ließ seinem Erfolg am Samstag am Boden am Schlusstag in der Lausitz-Arena zweite Plätze beim Sprung und am Barren folgen, am Reck reichte es diesmal nur zu Rang vier.

Der Welt- und Europameister am Reck konnte die Stange beim gestreckten Katschew nicht mehr greifen und musste das Gerät verlassen. Dank des höchsten Ausgangswertes von 7,1 Punkten reichte es trotz des Patzers mit 15,550 Punkten noch zu Rang vier, Sieger wurde Zou Kai aus China (16,050). "Ich war ganz dicht dran, aber meine Finger waren eine Winzigkeit zu kurz", erklärte Hambüchen seinen ungewohnten Fehler.

Hambüchen mit "Hummeln im Hintern

"Auch an den anderen Geräten wurden die Beine schon ein bisschen schwer, aber ich wollte den Härtetest und deshalb meine Übungen auch nicht abspecken", ergänzte Hambüchen, den das verspätete internationale Debüt ausgerechnet in der Olympischen Saison im Vorfeld schon ein wenig unruhig gemacht hatte: "Ich wollte endlich wieder einen großen Wettkampf turnen, ich hatte schon Hummeln im Hintern."

Wegen einer Virusinfektion hatte der Mehrkampf-Vizeweltmeister im März seinen Start beim traditionellen American Cup im New Yorker Madison Square Garden kurzfristig absagen müssen, als Aufgalopp war der Hesse vor einer Woche bei einem kleineren nationalen Turnier im bayerischen Buttenwiesen gestartet.

Exakt eine Woche nach ihrem EM-Triumph von Clermont-Ferrand am Sprung präsentierte sich auch Oksana Chusovitina in guter Verfassung. Die 32 Jahre alte Wahl-Kölnerin siegte an ihrem Lieblingsgerät und kam am Stufenbarren auf einen beachtlichen dritten Platz. "Ich war schon ein bisschen müde, aber ich habe gekämpft. Jetzt mache ich erst einmal eine Woche Urlaub", sagte die gebürtige Usbekin, die in Peking ihre fünften Olympischen Spiele anstrebt.

Erfreuliche Zwischenbilanz für DTB

Für ihre männlichen Kollegen hingegen beginnt schon die heiße Phase der Vorbereitung auf die Europameisterschaften Anfang Mai in Lausanne. "Unsere Zwischenbilanz fällt erfreulich aus, mit zwölf Finalteilnahmen haben unsere Athleten ihre großartigen Leistungen bei der letztjährigen WM in Stuttgart nicht nur bestätigt, sondern zum Teil sogar überboten. Das waren keine Eintagsfliegen", sagte Wolfgang Willam, Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes (DTB).

Kritik übte hingegen DTB-Präsident Rainer Brechtken, doch seine Zielscheibe war dabei das Internationale Olympische Komitee (IOC) sowie dessen Politik im Umgang mit den chinesischen Olympiagastgebern. "Ich habe lange Zeit eine klare Stellungnahme vermisst. Zu einem früheren Zeitpunkt hätte der Sport eine ganz andere Ausgangsposition für die öffentlichen Diskussionen der letzten Wochen gehabt", erklärte Brechtken.