2008.04.16 Neuss : Kitzbühel ist Startpunkt der Deutschland-Tour

Im österreichischen Nobel-Skiort Kitzbühel startet am 29. August die Deutschland-Tour 2008. Bereits am zweiten Tag steht die Königsetappe auf dem Programm.

bto
Die Deutschland-Tour startet in Kitzbühel

Seit der Wiederaufnahme 1999 geht die Deutschland-Tour in diesem Jahr in die zehnte Runde. Neu daran werden die noch schärferen Maßnahmen gegen Doping und der erstmalige Start im Ausland sein. Wenn am 29. August im Nobel-Skiort Kitzbühel der Startschuss für die neuntägige Rundfahrt nach Bremen fällt, steht der Kampf für einen sauberen Sport im Vordergrund. Intelligente Kontrollen, neuere Analyseverfahren und das Einfrieren von Blutproben umfassen den erweiterten Katalog der Veranstalter, die ein Stück weit Glaubwürdigkeit im Radsport zurückgewinnen wollen.

"Wir stehen unter öffentlicher Beobachtung und müssen Zugeständnisse machen. Aber das ist in Ordnung, schließlich müssen wir jetzt die Suppe auslöffeln, die wir uns selbst eingebrockt haben", begrüßte Vorjahressieger Jens Voigt bei der Streckenpräsentation in Neuss die Ankündigungen. Der Berliner peilt in diesem Jahr den Hattrick an, nachdem er sowohl 2006 als auch 2007 in souveräner Manier triumphiert hatte.

Tour-Chef Rapp: "Wir wollen den Druck erhöhen, aber nicht den Richter spielen."

Die Deutschland-Tour will über die Regularien des Weltverbandes (UCI) hinaus den Kampf gegen Doping angehen. "Wir wollen von Veranstalterseite aus den Druck erhöhen, wie im Vorjahr eine Plattform für neue, sinnvolle Ideen sein, aber nicht den Richter spielen", sagte Tour-Chef Kai Rapp, der aber noch das Einverständnis von der UCI einholen muss.

Die Maßnahmen basieren dabei auf den Grundlagen des Neusser Modells, das in erster Linie intelligente Tests, aber auch das Einfrieren von Blutproben zur späteren Analyse sowie weitere Punkte vorsieht. Daneben spielt die Prävention eine große Rolle. In die Initiative sind der Bund Deutscher Radfahrer (BDR), die Deutsche Sportjugend (DSJ), das Zentrum für Prävention der PH Heidelberg, die Nationale Antidoping-Agentur NADA und das Institut für Biochemie der Sporthochschule Köln eingebunden.

Gefahren wird aber auch, und dabei hat es die 1385,2km lange Rundfahrt gleich zu Beginn in sich. Nach dem 4,2km kurzen Prolog im österreichischen Kitzbühel am Hahnenkamm folgt bereits am zweiten Tag die Königsetappe durch das Zillertal mit drei Bergwertungen inklusive des Schlussanstiegs nach Hochfügen hinauf. Damit startet die Rundfahrt erstmals im Ausland, womit man der erfolgreichen Internationalisierung Rechnung tragen wolle.

Danach geht es gen Norden. Über die Zielorte Hesselberg, Wiesloch, Mainz, Winterberg, Neuss und Georgsmarienhütte bis Bremen, wo das abschließende Einzelzeitfahren über 34,5km ansteht. "Damit wird die Rundfahrt erst am letzten Tag entschieden", sagt Rapp. In den Vorjahren hatte zum Abschluss jeweils eine Sprintentscheidung angestanden.

Jens Voigt peilt den dritten Sieg in Folge an

Voigt peilt dabei einen erneuten Sieg an. "Das Radsport-Event in Deutschland vor heimischem Publikum zu gewinnen, ist immer ein Traum. Ich gewinne gerne und oft. Davon kann ich nicht genug kriegen", sagte der Berliner. Allerdings stehen wenige Tage vor dem Start noch die olympischen Rennen auf dem Programm. Deshalb findet die Rundfahrt diesmal erst Ende August statt und steht damit in direkter Konkurrenz zur Spanien-Rundfahrt.

Eine Zitterpartie wie im letzten Jahr, als die TV-Übertragung im Zuge der Doping-Skandale lange Zeit in der Schwebe hing, wird es wohl diesmal nicht geben. Die ARD gab frühzeitig ihre Zusage für die komplette Berichterstattung, die sogar noch ausgeweitet wird. Rund 90 Minuten lang, ähnlich wie bei der Tour de France, will das Erste unter der Woche täglich auf Sendung gehen.

Das Starterfeld soll 168 Profis umfassen, 21 Mannschaften mit je acht Fahrern. Alle 18 ProTour-Teams sind eingeladen, im Gegensatz zur Tour de France also auch Astana mit Andreas Klöden. Die erste von drei Wildcards ging an den niederländischen Rennstall Skil Shimano.