2008.04.17 Neuss : 16.000 Sicherheitskräfte bei Fackellauf in Indien

Am Donnerstag hat sich der Olympische Fackellauf seinen Weg durch die indische Metropole Neu Delhi gebahnt. Dabei kam es zur Festnahme von 180 Exil-Tibetern.

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Exil-Tibeter protestieren in Neu Delhi

Auf dem Weg nach Peking hat das Olympische Feuer am Donnerstag in Neu Delhi Station gemacht. Dabei wurden nach Angaben von Polizei und Aktivisten 180 Exil-Tibeter verhaftet. Rund 16.000 Sicherheitskräfte waren aufgeboten worden, um Zwischenfälle entlang der Strecke zu verhindern. Über die Verhaftungen hinaus wurden keine schwerwiegenden Probleme bekannt, als der Lauf in Indien am Donnerstag gegen 14.00 Uhr (MESZ) endete. Bereits am Vorabend sollen laut Medienberichten mehrere Dutzend militanter Aktivisten verhaftet worden sein. Das Olympische Feuer passierte auf seinem Weg zu den Sommerspielen von Peking die Prachtstraße Raj Path und führte zum "Tor nach Indien" im Zentrum der Metropole.

Über 100.000 Exil-Tibeter in Indien

Neu Delhi galt als besonders kritische Station, weil der Dalai Lama seit 1959 in Indien Exil genießt und über 100.000 geflohener Landsleute hier leben. Bis zuletzt fürchtete die Polizei, dass es zu Selbstverbrennungen tibetischer Mönche vor laufenden Kameras und damit vor den Augen der Welt kommen könnte. Der Dalai Lama hatte seine Anhänger bis zuletzt dazu aufgerufen, nur friedlich zu demonstrieren.

Rund 2000 Demonstranten hatten am Vormittag einen alternativen Fackellauf durchgeführt, der am Mausoleum Mahatma Gandhis begann. Sie kamen aber nicht in die Nähe der offiziellen Route, die weiträumig durch Polizeikontrolleure abgesichert war. Zuschauer mussten mehrere Sperren passieren.

Mindestens 46 Tibeter wurden am gleichen Tag in Mumbai (früher Bombay) vorläufig festgenommen, nachdem sie versucht hatten, das dortige chinesische Konsulat zu stürmen.