2008.04.19 Neuss : Rekordflut bei Schwimm-DM

Während Paul Biedermann bei der DM in Berlin seinen eigenen deutschen Rekord über die 200-m-Freistil steigerte, schwammen Sahra Poewe und Helge Meeuw sogar Europarekord.

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Paul Biedermann schwimmt erneut Rekord

Bei den Deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin gab es gleich drei Rekorde zu feiern. Helge Meeuw und Sarah Poewe schwammen Europarekord, Paul Biedermann sicherte sich die nationale Bestmarke. Die Resultate führten die deutschen Schwimmer bei der nationalen Meisterschaft und Olympia-Qualifikation ein Stück aus der Krise und wieder näher an die Weltelite heran. Weitere Tickets für Peking sicherten sich Thomas Rupprath, Steffen Deibler und Sonja Schöber. Antje Buschschulte verpasste hingegen auch die Norm über 100m Rücken und muss damit immer mehr um ihre vierte Olympia-Teilnahme bangen. Einen Rückschlag gab es zudem für Vize-Weltmeisterin Annika Lurz, die über 400m Freistil knapp über der Richtzeit blieb.

Für die Höhepunkte sorgten Meeuw und Poewe. Meuw kündigte mit Blick auf Peking sogar noch einen weiteren Sprung an. "Ich bin immer noch nicht da, wo ich hin kann", sagte der Frankfurter, der über 100m Rücken in 53,10 Sekunden seinen eigenen Europarekord um 36 Hundertstelsekunden verbesserte. Als Zweiter schaffte auch der Rostocker Rupprath (54,16) die Norm für Peking.

Poewe: "Das ist ein absoluter Hammer"

Poewe war von ihrem Rekord über 100m Brust selbst überrascht. "Das ist ein absoluter Hammer", meinte die Wuppertalerin, die die gemeinsame Bestmarke von Emma Igelstroem (Schweden) und Anna Chlistunowa (Ukraine) in 1:07,10 Minuten um 17 Hundertstelsekunden unterbot. Während sich auch die Dortmunderin Sonja Schöber (1:08, 17) als Zweite für Peking qualifizierte, blieb Wahl-Amerikanerin Anne Poleska (1:09,13) als Fünfte ebenso auf der Strecke wie 50-m-Europameisterin Janne Schäfer aus Wolfsburg (1:09,45) auf Rang sechs. Poleska, Olympia-Dritte in Athen, kann ihr Ticket aber noch über 200m lösen.

Biedermann verbesserte über 200m Freistil in 1:46,37 Minuten seinen Rekord vom EM-Triumph in Eindhoven nochmal um 22 Hundertstelsekunden und gab in der Diskussion um die Wettkampfanzüge anschließend ein klares Bekenntnis zum eigenen Ausrüster adidas ab. "Diese Rekorde sprechen für sich", meinte der 21-Jährige aus Halle, der in Eindhoven den 24 Jahre alten Rekord von Michael Groß geknackt hatte. Als Zweiter löste auch Steffen Deibler aus Biberach (1:47,71) die Fahrkarte nach Peking.

Sportdirektor Madsen: "Die Athleten haben die richtige Antwort gegeben"

Zufrieden zeigte sich Örjan Madsen, Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). "Das war ein guter Tag für uns. Die Athleten haben nach der Unsicherheit im Vorfeld der Wettkämpfe die richtige Antwort gegeben", erklärte Madsen.

Für Buschschulte wird es mit Blick auf Peking allerdings immer enger. "Jetzt hoffe ich auf die 200m Rücken oder einen Start in der Freistilstaffel", meinte die Magdeburgerin. Über 100m Rücken musste sich die Olympia-Dritte von Athen in 1:01,30 Minuten überraschend Christin Zenner aus Hildesheim geschlagen geben, die in 1:01,24 um eine Hundertstel ebenfalls über der geforderten Richtzeit blieb. Enttäuschend verlief der Auftritt von Janine Pietsch aus Ingolstadt (1:01,60) auf Platz vier.

Zudem verpasste Annika Lurz über 400m Freistil in 4:08,48 Minuten die Norm um eine Zehntelsekunde. Die Würzburgerin, die Anfang des Jahres mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte, hofft nun am Sonntag über die halbe Distanz auf die Qualifikation. Über 200m Freistil ist Lurz Vize-Weltmeisterin.