2008.04.19 Neuss : Tonis Treffer bescheren Bayern Pokal-Triumph

Luca Toni hat mit seinem beiden Treffer den Pokal-Triumph des FC Bayern München perfekt gemacht. Der Rekordmeister schlug Borussia Dortmund 2:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung.

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Luca Toni trifft zum 1:0 für die Bayern

Bayern München hat dank Luca Toni die erste Hürde auf dem Weg zum historischen Triple mit viel Mühe und wenig Glanz genommen. Der deutsche Rekord-Champion gewann in Berlin gegen Borussia Dortmund allerdings erst in der Verlängerung knapp mit 2:1 (1:1, 1:0) und triumphierte in einem vor allem nach der Pause hart umkämpften Finale damit bereits zum 14. Mal im DFB-Pokal. Weltmeister Toni war mit seinem vierten Doppelpack in Serie der umjubelte Matchwinner.

Dagegen hat der BVB auch die letzte Chance verpasst, eine verkorkste Saison doch noch halbwegs versöhnlich abzuschließen. Durch die Pleite gegen den großen Favoriten bleibt der Druck auf Borussias Trainer Thomas Doll groß, auch wenn sich sein Team wesentlich besser als noch vor einer Woche beim 0:5-Debakel in der Liga gegen die Bayern verkaufte.

Der souveräne Bundesliga-Spitzenreiter ging im 65. Pokal-Finale durch Toni bereits in der 11. Minute in Führung. Nach dem Ausgleich von Mladen Petric in der zweiten Minute der Nachspielzeit, der den Bayern neun Tage nach dem UEFA-Cup-Krimi beim FC Getafe erneut eine Verlängerung bescherte, war es dann wie in Spanien erneut der Italiener, der für das Münchner Happy End sorgte.

Vierter Doppepack von Toni in Folge

In der 103. Minute stand der 30-Jährige nach einem Schuss von Lukas Podolski goldrichtig und lenkte den Ball ins Tor ab. Für den Angreifer, der bei der WM 2006 mit Italien an gleicher Stelle seinen größten Erfolg feierte, waren es bereits der 34. und 35. Pflichtspieltreffer in dieser Saison.

Die Münchner, die nach einer Gelb-Roten Karte für Jakub Blaszczykowski (108./Foulspiel) in den letzten zwölf Minuten in Überzahl spielten, befinden sich damit weiter auf einem Höhenflug, zumal ihnen der 21. Meistertitel kaum mehr zu nehmen ist. Auch im UEFA-Cup steht der Rekordmeister im Halbfinale. Dem Bundesliga-13. Dortmund, zuletzt 1989 Pokalsieger, bleibt als Trost wenigstens die Teilnahme am UEFA-Cup in der kommenden Saison.

Bayern-Kapitän Oliver Kahn nahm den Pokal unter dem Jubel der mitgereisten Bayern-Fans aus den Händen des Bundespräsidenten Horst Köhler in Empfang. Für den 38-Jährigen war es bei seiner siebten und letzten Finalteilnahme bereits der sechste Erfolg, was vor ihm in Deutschland noch keinem Spieler gelungen war. Auch Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld hat durch den Pokalsieg einen Rekord aufgestellt: Für den künftigen Schweizer Nationaltrainer war es auf seiner Abschiedstour der insgesamt 16. Titel als Vereinscoach.

Später Ausgleich durch Petric

Vor 74.244 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion war Bayern von Beginn an spielbestimmend. Die frühe Führung durch Toni nach starker Vorarbeit von Franck Ribery bestärkte die Münchner in ihren Aktionen, während der BVB zunächst zu ängstlich und defensiv agierte, um die bayerische Abwehr in Gefahr zu bringen. Erst nach einem Schuss von Florian Kringe (31.) wurde Dortmund aktiver und gefährlicher.

Da Dortmund im Gegensatz zum 0:5 in München zudem in der Abwehr stabiler stand, ergaben sich im ersten Durchgang für die überlegenen Münchner nach dem 1:0 nur noch wenige gute Chancen. Die beste hatte Miroslav Klose, dessen Kopfball jedoch knapp das Tor verfehlte. Der zuletzt angeschlagene Nationalspieler meldete sich ebenso wie Mark van Bommel rechtzeitig wieder fit. Doll hatte ebenfalls kaum Personalprobleme, nachdem auch Marc Ziegler nach überstandener Verletzung ins Tor zurückkehrte.

Nach dem Wechsel hatte Ziegler allerdings Glück, dass Jakub Blaszczykowski einen Kopfball von Klose gerade noch von der Linie kratzen konnte (51.). Ansonsten war die Borussia durchaus um den Ausgleich bemüht. In der 56. Minute musste Martin Demichelis in höchster Not vor Alexander Frei klären. Zehn Minuten später scheiterte Kringe an Kahn und traf später nur das Außennetz (69.).

Die Bayern agierten in dieser Phase oft zu nachlässig, auch wenn ein Distanzschuss von Bastian Schweinsteiger (67.) nur um Zentimeter am Tor vorbeistrich. In der 78. Minute wehrte der Ex-Münchner Robert Kovac einen Schuss des kurz zuvor eingewechselten Lukas Podolski in höchster Not ab.