2008.04.20 Neuss : Paris-Dakar wird zur Zentral-Europa-Rallye

Gut drei Monate nach der Absage von Paris-Dakar beginnt für die Werksteams von VW und Mitsubishi eine neue Ära. Die Zentral-Europa-Rallye führt durch Ungarn und Rumänien.

bbi1
Carlos Sainz im Volkswagen

Ungarn und Rumänien statt Frankreich und Senegal: Gut drei Monate nach der Absage der berühmten Dakar-Rallye wegen Terrordrohungen beginnt für die Werksteams von Volkswagen und Mitsubishi eine neue Ära. Die neue Zentral-Europa-Rallye durch Ungarn und Rumänien vom 20. bis 26. April soll den Auftakt der neu geschaffenen Dakar-Serie bilden und erster Schritt auf dem Weg zur neuen "Dakar" sein, die im Januar 2009 erstmals in Argentinien und Chile stattfinden wird.

"Mit der Zentral-Europa-Rallye betreten wir geografisch wie sportlich Neuland. Genau das macht den Marathon-Rallyesport stets zu einer Herausforderung, der wir uns gerne stellen", sagt VW-Motorsportdirektor Kris Nissen: "Wir sind gut vorbereitet für diesen Start in ein neues Zeitalter des Sports."

Die Wolfsburger schicken ihre komplette Dakar-Besetzung mit vier VW Touareg für den zweimaligen Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien), Giniel de Villiers (Südafrika), Mark Miller (USA) und den früheren deutschen Rallye-Meister Dieter Depping (Wedemark), der damit zu seinem verspäteten Wettkampf-Debüt bei VW kommt.

Die Konkurrenz von Dakar-Rekordsieger Mitsubishi feiert sogar eine Weltpremiere und setzt erstmals einen Pajero Evo mit Dieselmotor ein. Der frühere Dakar-Sieger Hiroshi Masuoka wird am Steuer des 260 PS starken Selbstzünders sitzen, mit dem Mitsubishi jetzt auf das gleiche Konzept setzt wie VW.

Über Spanien und Portugal nach Südamerika

Die übrigen drei Pajero haben aber noch den bewährten und ausgereiften 300-PS-Benzinmotor und werden von Dakar-Rekordsieger Stephane Peterhansel, dem früheren Ski-Weltcupsieger Luc Alphand (beide Frankreich) und Joan Roma (Spanien) pilotiert. Das X-raid-Team aus dem hessischen Trebur ist mit drei BMW X3 mit Guerlain Chicherit, Bruno Saby (beide Frankreich) und Nasser Al-Attiyah (Katar) am Start.

Der Dakar-Organisator ASO, der unter anderem auch die Tour de France ausrichtet, hatte nach dem Schock mit der Absage des Wüstenklassikers im Januar den Start der Dakar-Serie mit den Zentral-Europa-Rallye um ein Jahr vorgezogen. Eine weitere Rallye soll im Herbst noch in Spanien und Portugal stattfinden, bevor die "Dakar" dann nach Südamerika umzieht.

"Wir vertrauen auf die langjährigen Erfahrungen der ASO nicht nur in punkto Organisation, sondern auch bei der Sicherheit und bei der weltweiten Vermarktung. Wir stehen vor einem wichtigen Neubeginn, eine große Chance für den Marathon-Rallyesport, der durch die legendäre "Dakar weltweit bekannt ist", sagte Nissen.

Die Zentral-Europa-Rallye beginnt am Sonntag in der ungarischen Hauptstadt Budapest und führt in sieben Etappen über 2671 Kilometer mit 1092 Kilometern Wertungsprüfungen ins rumänische Baia Mare und zurück zum Plattensee, wo am 26. April das Ziel erreicht wird.