2008.04.23 Neuss : Wegen Geldstrafe: Conrad contra DSV

Lars Conrad macht juristisch gegen die vom Deutschen Schwimm-Verband gegen ihn ausgesprochene Geldstrafe mobil. Wegen seiner Kritik an den Wettkampfanzügen soll Conrad 1500 Euro zahlen.

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Debatte um Schwimmanzüge geht weiter

Die Diskussion um die Schwimmanzüge schlägt im Vorfeld der Olympischen Spiele weiter hohe Wellen. So wehrt sich Lars Conrad juristisch gegen eine Geldstrafe durch den Deutschen Schwimm-Verband (DSV), die wegen seiner Kritik an den Anzügen ausgesprochen worden war. Der ehemalige Kurzbahn-Europameister soll 1500 Euro zahlen.

Der 31-Jährige aus Hannover, der bei der DM in Berlin als Vierter über 100-m-Freistil die Qualifikation für Olympia in Peking in der Staffel schaffte, hatte vor der WM 2007 in Melbourne dem adidas-Anzug fehlende Konkurrenzfähigkeit attestiert und die mangelnde Mitbestimmung der Athleten in dieser Frage bemängelt.

Conrads Anwalt Rainer Cherkeh erklärte in der Sport Bild, man habe bereits am 15. August vergangenen Jahres und damit zwei Wochen nach dem Schreiben des DSV Einspruch gegen das Urteil erhoben. Das Verfahren ist anhängig am Gruppenschiedsgericht Süd des DSV.

Auch Ex-Weltmeister Thomas Rupprath hatte sich im Vorfeld von Berlin kritisch über den DSV-Ausrüster geäußert und eine freie Wahl der Wettkampfanzüge bei Olympia in Peking gefordert. Ob der Rostocker dafür ähnlich wie Conrad sanktioniert wird, wollte der DSV nicht kommentieren. DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff erklärte lediglich, man müsse "zwischen verbandsschädigenden Äußerungen und der freien Meinungsäußerung unterscheiden".