2008.04.24 Neuss : Bayern nach Remis mit dem Rücken zur Wand

Bayern München hat im Hinspiel des UEFA-Cup-Halbfinals gegen Zenit St. Petersburg nur ein 1:1 (1:0)-Remis erreicht. Franck Ribery traf für die Bayern, Lucio unterlief ein Eigentor.

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Bayerns Ze Roberto (l.) im Spiel gegen St. Petersburg

Nach einem Eigentor von Lucio muss Topfavorit Bayern München um das zweite UEFA-Cup-Finale der Vereinsgeschichte und das historische Triple zittern. Der frisch gebackene DFB-Pokalsieger erreichte im Halbfinal-Hinspiel gegen Zenit St. Petersburg nur ein enttäuschendes 1:1 (1:0) und steht vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag gehörig unter Druck.

Die vor allem in der ersten Hälfte überlegenen Bayern verpassten gegen den Leverkusen-Bezwinger eine weitaus bessere Ausgangsposition. Bei vielen Chancen fehlte den Münchnern die Kaltschnäuzigkeit des gelbgesperrten Torjägers Luca Toni, den Miroslav Klose und Lukas Podolski kaum gleichwertig ersetzen konnten.

Der deutsche Rekordmeister und UEFA-Cup-Sieger von 1996 muss nun in der Zarenstadt gewinnen oder bei einem Remis mindestens zwei Treffer erzielen, um das Endspiel am 14. Mai in Manchester gegen den Sieger aus dem Duell zwischen den Glasgow Rangers und dem AC Florenz (Hinspiel: 0:0) zu erreichen.

"Das wird schwer, aber es ist möglich", meinte Nationalstürmer Lukas Podolski: "Aber wir brauchen keine Angst zu haben, weil wir die bessere Mannschaft sind. Wir haben auch heute ein ordentliches Spiel gemacht, aber leider haben wir ein blödes Tor bekommen."

Der zweite Titel für die Münchner in dieser Saison könnte dagegen am Sonntag Realität werden. Die Elf von Trainer Ottmar Hitzfeld, die am vergangenen Samstag schon den DFB-Pokal gewann, könnte im Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart die 21. Meisterschaft frühzeitig perfekt machen.

Fünf Tage nach dem DFB-Pokalsieg gegen Borussia Dortmund (2:1 n.V.) brachte Ribery die Bayern in der 18. Minute in Führung - allerdings mit Glück. Der Franzose scheiterte zunächst mit einem von Fernando Ricksen an Ze Roberto verursachten Foulelfmeter an Zenit-Keeper Wjatscheslaw Malafejew, der Nachschuss saß dann jedoch. In der 60. Minute gelang Zenit unter Mithilfe der Bayern dann der Ausgleich: Eine Flanke von Wiktor Fajsulin lenkte Lucio unhaltbar für Oliver Kahn ins eigene Tor ab. Für Kahn, der in der 67. Minute verletzt ausgetauscht werden musste, war es der letzte Europapokal-Auftritt vor heimischem Publikum.

Vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena machten die Bayern bei ihrer vierten Halbfinal-Teilnahme im UEFA-Cup von Beginn an mächtig Dampf und setzten das Team von Trainer Dick Advocaat gehörig unter Druck. Zenit konnte sich zunächst kaum befreien, um seine gefürchteten Konter über Pawel Pogrebnjak oder Andrej Arschawin anzusetzen. Das 1:0 - es war das 100. Heimtor für den souveränen Bundesliga-Spitzenreiter im UEFA-Cup - war die logische Folge.

Auch danach blieben die engagierten und spielfreudigen Bayern zunächst am Drücker. Ze Roberto, Lucio, Bastian Schweinsteiger und Klose vergaben vor der Pause aber ein mögliches 2:0. Nationalspieler Klose konnte trotz einer Entzündung am Fuß spielen.

Die Russen konnten sich erst zur Ende der ersten Halbzeit etwas befreien. Ein Schuss von Konstantin Zyrianow (23.), den Kahn parieren konnte, und ein Kopfball von Ivica Krizanac (44.), den Marcell Jansen von der Linie kratzte, waren die besten Möglichkeiten im ersten Durchgang.

Die Bayern konnte das hohe Tempo nach dem Wechsel nicht mehr halten. Zwar hatten Schweinsteiger (49.) und Podolski (59.) noch das 2:0 auf dem Fuß, ehe Zenit der Ausgleich gelang. Der Treffer setzte den Münchnern merklich zu, sie konnten sich kaum mehr in Szene setzen. In der 83. Minute hatte Fajsulin sogar die große Chance zum Siegtreffer, als Ze Roberto den Ball erst kurz von der Linie wegschlug. Fünf Minuten verfehlte Arschawin nur knapp das Ziel. Arschawin ist im Rückspiel nach seiner dritten Gelben Karte genauso wie Ricksen und Radek Sirl gesperrt.