2008.04.24 Neuss : Bayern will über Zenit nach Manchester

Das heutige UEFA-Cup-Spiel gegen Zenit St. Petersburg ist für den FC Bayern nur eine Zwischenstation. Doch vor dem Halbfinale plagen den Rekordmeister Personalsorgen.

vno
Personalsorgen bei Bayern: Torjäger Toni ist gesperrt, van Bommel spielt mit Nasenbeinbruch

Das heutige Halbfinale gegen Zenit St. Petersburg ist für Bayern München ein weiterer Schritt in Richtung historisches Triple. Gedanklich ist der Rekordmeister bereits wieder in der Champions League. Der ungeliebte UEFA-Cup soll nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zurück auf die ganz große Fußball-Bühne sein.

"Unser Ziel ist das Finale in Manchester. Wir wollen den UEFA-Cup gewinnen, das ist ja auch ein Titel. Aber die Königsklasse heißt Champions League", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Halbfinal-Hinspiel im UEFA-Cup (20.45 Uhr/live bei Sat.1 und Premiere) gegen den russischen Meister aus der Zarenstadt.

Rummenigge: "Die Großen registrieren uns bereits wieder"

Schon jetzt habe sich der frisch gebackene DFB-Pokalsieger und designierte deutsche Meister "in Fußball-Europa großen Respekt erspielt. Die Großen registrieren uns bereits wieder". Ein Ausrutscher gegen den Viertelfinal-Bezwinger von Bayer Leverkusen im UEFA-Cup würde deshalb gar nicht ins Konzept passen, doch daran glaubt ohnehin keiner. "Wir haben einen Lauf, den wollen wir hegen und pflegen", verdeutlichte Rummenigge.

Allerdings plagen den souveränen Bundesliga-Spitzenreiter fünf Tage nach dem Pokalsieg gegen Dortmund (2:1 n.V.) im Angriff einige Probleme. Besonders schwer wiegt dabei die Gelbsperre für den zuletzt überragenden Tor-Garanten Luca Toni. Der Italiener hat in dieser Saison bereits 35 Pflichtspieltreffer erzielt, davon zehn im UEFA-Cup.

Zudem ist der Einsatz von Nationalspieler Miroslav Klose (fünf UEFA-Cup-Treffer) wegen einer Fußentzündung fraglich. Für Toni wird Lukas Podolski stürmen. Alternative für Klose wäre Jan Schlaudraff, der im Sommer zu Hannover 96 wechselt. Möglich wäre bei einem Klose-Ausfall aber auch, dass Franck Ribery in die Spitze rückt und Jose Ernesto Sosa dafür den Platz des Franzosen im Mittelfeld einnimmt.

Van Bommel: "Bis jetzt haben wir jeden Ausfall verkraften können"

Große Gedanken über die Sturm-Sorgen machen sich die Münchner aber offenbar nicht. "Dann müssen eben die anderen beiden, die vorne spielen, die Tore machen", sagte Podolski. "Wir haben einen guten Kader und können das auffangen. Bis jetzt haben wir jeden Ausfall verkraften können, egal, um wen es sich auch gehandelt hat", meinte auch Mark van Bommel gelassen. Der Niederländer wird trotz eines im Pokal-Finale erlittenen Nasenbeinbruchs auflaufen: "Das Spiel wird ohnehin schwer genug, da kann ich jetzt nicht rumjammern."

Die Bayern wollen sich heute in der heimischen Arena eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Russland am 1. Mai schaffen, um das angestrebte Finale am 14. Mai in Manchester nicht zu verpassen. Podolski bekannte, von Zenit keinen Spieler zu kennen, "aber wenn wir unsere Leistung bringen, werden wir das schon schaffen".

St. Petersburg, das zur besseren Vorbereitung auf das Halbfinale bereits am Dienstag nach München reiste, hat es in dieser Saison bereits zum dritten Mal mit einem Bundesligisten zu tun. In der Gruppenphase traf das Team von Trainer Dick Advocaat auf den 1. FC Nürnberg und erreichte gegen den Club zu Hause nur ein 2:2. Im Viertelfinale siegte Zenit, das bisher noch nie im Halbfinale eines Europapokals stand, in Leverkusen mit 4:1. Das Rückspiel verloren die Russen daheim dann mit 0:1.