2008.04.26 Neuss : Verfolgertrio im Kampf um die "Königsklasse"

In den Samstagspielen der 30. Runde steht in der Bundesliga der Kampf um die Champions-League-Plätze im Mittelpunkt. Schalke 04 tritt beim Hamburger SV an, Bremen muss in Karlsruhe bestehen.

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Wegweisendes Duell zwischen Hamburg und Schalke

Vier Spieltage vor dem Saisonende spitzt sich in der Bundesliga der Kampf um die Champions-League-Plätze weiter zu. In den Samstagspielen der 30. Runde treffen der Hamburger SV und Schalke 04 heute ab 15.30 Uhr (live bei Premiere) im direkten Duell um die "Königsklasse" aufeinander, der Tabellenzweite Werder Bremen ist beim Karlsruher SC gefordert. Zumindest einen Punkt müssen die Norddeutschen im Wildpark ergattern, Schalke gleich drei in Hamburg, soll die Meisterschale nicht vorzeitig nach München gehen. Nur so kann die Krönung des designierten Meisters Bayern München noch etwas hinausgezögert werden. Zu verhindern, da ist sich die Konkurrenz einig, ist der 21. Meistertitel der Münchner ohnehin nur noch theoretisch.

Hitzfeld: "Zeitpunkt ist mir egal"

Doch falls die Verfolger patzen, könnten die Bayern den zweiten Saison-Triumph nach dem Gewinn des DFB-Pokals mit einem Sieg gegen Titelverteidiger VfB Stuttgart am Sonntag (17.00 Uhr/Live bei Premiere) schon perfekt machen - so früh, wie es nur dem Rekordmeister selbst zuvor schon zweimal (1973, 2003) gelungen war. Allerdings verspürt Trainer Ottmar Hitzfeld keinerlei Druck, die Meisterschaft möglichst früh unter Dach und Fach zu bringen. "Ich bin überzeugt, dass wir Meister werden, der Zeitpunkt ist mir egal", so der Bayern-Coach: "Wir haben in der Bundesliga einen guten Lauf und wollen dem Titel wieder ein Stück näher kommen."

In Bremen und Schalke macht man sich ohnehin keine Gedanken über die Bayern, sondern vielmehr um die eigenen Aussichten im Kampf um einen Champions-League-Platz. "Ich denke in erster Linie daran, welche Aufgabe wir beim KSC zu erfüllen haben. Wenn wir da erfolgreich sind, können wir anschließend auch mal in die anderen Stadien schauen, was dort gelaufen ist", sagt Werder-Coach Thomas Schaaf.

Interessant ist die Spieltags-Konstellation schon deshalb, weil sechs der ersten sieben Teams der Tabelle in drei direkten Duellen aufeinandertreffen. Das hat auch Schaaf im Hinterkopf: "Es wird spannend sein, zu sehen, wie sich die Konkurrenz geschlagen hat, aber wir müssen zuerst darauf aufpassen, dass wir nicht auf der Strecke bleiben." Bei zwei Zählern Vorsprung auf Schalke (51) darf sich Werder (53) kaum einen Ausrutscher leisten - zumal auch der HSV als Vierter, Stuttgart als Fünfter (je 48) und Bayer Leverkusen als Sechster (47) noch in Reichweite liegen.

Schalke winkt ein "Big Point"

Für die Königsblauen wäre ein Erfolg beim Tabellennachbarn in Hamburg daher doppelt wertvoll. "Ein Sieg beim HSV wäre für uns ein großer Schritt, um unser Ziel der Champions-League-Qualifikation zu erreichen", sagt Interimstrainer Mike Büskens, der nach dem Rauswurf von Coach Mirko Slomka zum zweiten Mal gemeinsam mit Youri Mulder die Verantwortung trägt.

Dass die beiden ehemaligen "Eurofighter" dabei auf ihren Ex-Coach Huub Stevens treffen ist für die Wegbereiter des künftiger Trainers Fred Rutten aber nur ein Randaspekt: "Ich habe Huub Stevens vor dem Wiedersehen in Hamburg nicht kontaktiert, das wäre der falsche Zeitpunkt. Ich würde mich aber freuen, wenn wir nach dem Spiel ein paar Minuten hätten, um uns zu unterhalten, denn er war für mich als Trainer sicherlich prägend", so Büskens.

Der HSV hofft derweil seinerseits, mit einem Sieg der Qualifikation für die europäische "Königsklasse" etwas näher zu kommen. Nicht zuletzt das Formtief von Kapitän Rafael van der Vaart, der seit 705 Spielminuten auf einen Torerfolg wartet, hat die Hanseaten im Kampf um Platz zwei oder drei der Tabelle zuletzt zurückfallen lassen. "Wir müssen versuchen, zu gewinnen, um ein bisschen näher ranzukommen", sagt van der Vaart: "Wir können immer noch die Champions League schaffen."

Im Abstiegskampf geht es derweil für Schlusslicht MSV Duisburg im Gastspiel beim VfL Bochum, für den 1. FC Nürnberg gegen Arminia Bielefeld sowie für Hansa Rostock in der Partie bei Energie Cottbus um wichtige Punkte für den Klassenerhalt.