2008.04.27 Neuss : Gerolsteiner setzt mit Dreifach-Spitze auf Sieg

Das Team Gerolsteiner erhofft sich mit einem Trio den Sieg beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Mit Rebellin, Schumacher und Wegmann soll der Sprung nach ganz oben gelingen.

vno
Davide Rebellin will auch in Lüttich triumphieren

Bei der 94. Auflage von Lüttich-Bastogne-Lüttich soll es endlich klappen. Das Team Gerolsteiner setzt mit einer Dreifach-Spitze auf den ersehnten Sieg zum Ende der Klassiker-Serie im Frühjahr.

Nach den Plätzen vier und sechs beim Amstel Gold Race und dem Fleche Wallonne durch den Italiener Davide Rebellin sowie weiteren Top-Platzierungen durch Stefan Schumacher und Fabian Wegmann soll es zum Abschluss der Ardennen-Woche zum Sprung nach ganz oben reichen.

Das Team High Road setzt ganz auf die Karte Kim Kirchen, die dem T-Mobile-Nachfolgerennstall beim "Wallonischen Pfeil" am Mittwoch bereits den 19. Saisonsieg bescherte.

Schumacher zählt sich derzeit nicht zu den Favoriten

"Es geht immer um den Sieg", sagt Schumacher mit Blick auf die Ardennen-Rennen und kann sich mit den ordentlichen Ergebnissen fernab des Podiums nicht anfreunden. Für den Schwaben, der im Vorjahr das Amstel Gold Race gewann, stehen die Vorzeichen für die "Mutter aller Klassiker" am Sonntag über 261km aber nicht allzu gut. Schumacher hat noch mit den Folgen seines Sturzes beim Fleche Wallonne zu kämpfen. "Eine optimale Vorbereitung sieht anders aus. Zu den Favoriten würde ich mich derzeit jedenfalls nicht zwingend zählen", sagt der WM-Dritte.

Dazu dürfte aber sein Teamkollege Rebellin zählen. "La Doyenne" ist das Lieblingsrennen des 36-Jährigen. Dreimal stand der Italiener bereits auf dem Podium, 2004 holte er den Sieg. "Lüttich ist das härteste von den drei Ardennen-Klassikern. Im Rennen findet meist eine natürlich Selektion der Top-Fahrer statt", sagt "Tin-Tin", der auf ein glänzendes Frühjahr (u.a. mit dem Gewinn von Paris-Nizza) zurückblickt.

Eine Selektion dürfte auch in diesem Jahr wieder stattfinden. Nach einer Berg- und Talfahrt über die zwölf "Cotes", den kurzen giftigen Anstiegen, bleibt meist nur eine kleine Gruppe übrig, die im Lütticher Vorort Ans den Sieg unter sich ausmacht. Im vergangenen Jahr triumphierte der Italiener Danilo di Luca.

Cunego und Bettini gehören zu den Titelaspiranten

Dazu wird es diesmal nicht kommen. Der unter Dopingverdacht stehende Giro-Sieger ist mit seinem Team LPR erst gar nicht eingeladen worden. Dafür könnte sein Landsmann Damiano Cunego ganz vorne landen. Der frühere Giro-Sieger siegte erst am vergangenen Wochenende beim Amstel Gold Race und wurde anschließend Dritter beim Fleche. Auch Weltmeister Paolo Bettini ist nach überstandener Verletzung wieder ein Siegaspirant.

High-Road-Profi Kirchen ist skeptisch, ob er in Lüttich wieder um den Sieg mitfahren kann. "Das Rennen ist 50 Kilometer länger. Wenn ich mich gut erhole, ist was möglich", sagt der Luxemburger. CSC-Profi Jens Voigt, der 2005 schon mal Zweiter in Lüttich war, ist nicht am Start. "Meine Rennplanung sieht in diesem Jahr anders aus", sagt der Berliner, der sich über Rundfahrten wie die Tour de Romandie für die Frankreich-Schleife in Form bringen will.