2008.04.27 Neuss : Wörns-Abschied laut Watzke definitiv

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat den Weggang von Christian Wörns zum Saisonende bestätigt. Der BVB plane einen Neuaufbau, insbesondere im hinteren Bereich.

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Aus in Dortmund: Christian Wörns

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat den Abschied von Ex-Nationalspieler Christian Wörns beim Bundesligisten Borussia Dortmund nach dieser Saison bestätigt. "Unsere sportliche Leitung ist sich einig, dass wir einen Neuaufbau, insbesondere im hinteren Bereich, starten wollen", sagte Watzke in der Sendung Doppelpass des DSF.

"Er wird im nächsten Jahr 36 Jahre alt. Irgendwann läuft die biologische Uhr einfach ab. Ich habe diese Woche mit ihm ein Gepräch geführt, dass wir das vernünftig und professionell zu Ende bringen", sagte Watzke. Wörns hatte noch unter der Woche erklärt, nach dem Saisonende eine Entscheidung treffen zu wollen; allerdings wurde bereits über einen möglichen Wechsel zum Zweitligisten 1860 München spekuliert.

Dagegen stellte sich Watzke deutlich hinter Trainer Thomas Doll. "Ich sage nochmal ganz klar: Es gibt intern keine Trainerdiskussion, die externe kann ich nicht beeinflussen", sagte der Geschäftsführer: "Thomas Doll hat nicht nur eine Chance zu bleiben, er hat einen Vertrag."

Derweil hat sich der von Sportdirektor Michael Zorc automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. "Wir haben eine Klausel, dass sich der Vertrag um ein Jahr verlängert, wenn wir uns für den UEFA-Pokal qualifizieren. Das haben wir getan, also läuft sein Vertrag bis 2010", so Watzke, der Zorc "ordentliche Arbeit" attestierte. Er habe "sehr gute Transfers getätigt, er hat auch mal daneben gelegen. Aber das ist normal. Er sollte außerhalb der Diskussion stehen."

Gemischt fiel die Bewertung der Arbeit von Doll aus. "Wir hatten eine Mannschaft, die im Normalfall auf den Plätzen sechs bis neun liegt. Das haben wir nicht erreicht. Insofern muss man auch mit Kritik leben können", sagte der Klub-Chef des Tabellen-13.: "Andererseits sind wir im DFB-Pokalfinale gelandet und spielen jetzt nach fünfjähriger Abstinenz wieder im UEFA-Cup. Man kann nicht sagen, es ist alles schlecht, aber man kann auch nicht sagen, alles ist gut."

Verständnis zeigte er für die Wutrede seines Coaches am vergangenen Mittwoch. "Ich habe Verständnis, dass Thomas so emotional reagiert hat. Die Wortwahl ist vielleicht etwas drastischer ausgefallen, als es in dem Moment gut war. In der Retrospektive kann ich dafür aber sehr viel Verständnis aufbringen", sagte Watzke: "Wenn ich sehe, was in den Tagen davor abgelaufen ist, das war nicht in Ordnung. Da hat Thomas Recht, das ist schon respektlos. Dass ihm da mal die Hutschnur hochgeht, kann ich verstehen."