2008.04.30 Neuss : Aus für Nowitzki und die "Mavs", Spurs weiter

Dirk Nowitzki ist mit den Dallas Mavericks in der ersten Play-off-Runde der NBA gescheitert. Die "Mavs" verloren das fünfte Spiel der Serie bei den New Orleans Hornets 94:99.

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22 Punkte von Nowitzki reichten den Mavericks nicht

Für Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks brechen nach dem zweiten Erstrunden-K.o. in Folge in den Play-offs der nordamerikanischen Profiliga NBA ungewisse Zeiten an. "Wir haben mehr drauf, als wir in den Play-offs gezeigt haben. Nun stehen wir erneut vor einem langen Sommer", klagte der sichtlich niedergeschlagene Würzburger nach der entscheidenden 94:99-Pleite im fünften Duell der "Best-of-seven"-Serie bei den New Orleans Hornets.

Dabei hatten die Mavericks alles versucht, nach einem 1:3-Rückstand in der Serie noch das Wunder zu schaffen. Nach der 84:97-Heimniederlage am Sonntag schlossen sich die "Mavs" in der Trainingshalle ein und spulten ihr Programm ohne Coach und Vereinsoffizielle ab. Von Erfolg war die ungewohnte Aktion nicht gekrönt. Dallas lag nicht ein einziges Mal in Führung und gab erst in der Schlussphase ein letztes verzweifeltes Lebenszeichen, als es beinahe noch einen Rückstand von 17 Punkten aufholte.

Kidd der große Verlierer

Für eine Leistungsexplosion fehlte jedoch die Chemie im Team. Vor allem die Verpflichtung von Point Guard Jason Kidd kurz vor Ende der regulären Saison wurde nach dem Aus hitzig diskutiert. Nowitzki, der 48 Minuten lang durchspielte und auf 22 Punkte und 13 Rebounds kam, gab sich im Gegensatz zu den erbosten Fans der "Mavs" moderat: "Auch vor dem Transfer sahen die Dinge nicht besonders rosig aus. Manchmal muss man halt ein Risiko eingehen. Leider hat es bei uns nie so geklickt, wie wir uns das vorgestellt hatten."

Die aus Mavericks-Sicht so enttäuschende Play-off-Serie bestätigte Nowitzkis Analyse. Während der entfesselt aufspielende Chris Paul bei New Orleans durchschnittlich 24,6 Punkte erzielte und in Spiel fünf mit einem Triple-Double (24 Punkte, 15 Assists, 11 Rebounds) erneut überragte, avancierte sein Gegenüber Kidd mit nur 8,6 Punkten pro Partie zum großen Verlierer.

Zu ihm könnte sich Mavericks-Coach Avery Johnson gesellen. Längst hat der frühere Mavs-Spieler bei den Anhängern und wohl auch bei Mark Cuban jeglichen Kredit verspielt. Das frühe Scheitern und zwölf Niederlagen in den letzten 15 Play-off-Spielen erneuerte den Ruf nach einer Entlassung des "Little General". Während Cuban sich erst am Mittwoch äußern wollte, sprangen die meisten der Mavericks-Stars für ihren Coach in die Bresche.

Nowitzki, der sich mit einer ordentlichen Leistung für den blamablen Play-off-Auftritt des Vorjahres rehabilitierte, hielt sich auf die Frage nach einschneidenden Änderungen zurück: "Man sollte so etwas nicht diskutieren, wenn man emotional und enttäuscht ist. Natürlich muss man irgendwann einmal, wenn man immer noch ohne Titel dasteht, darüber nachdenken, was getan werden muss."

Anhänger votieren für Radikal-Lösung

Die Anhänger der Mavericks wollen solange nicht warten. In einer Internet-Umfrage nach dem Spiel votierten knapp 50 Prozent für die radikale Lösung, ein komplett neues Team um Nowitzki herum aufzubauen.

Den erneut "langen Sommer" will Nowitzki zum Frustabbau nutzen - unter anderem in der deutschen Nationalmannschaft, mit der er sich zumindest seinen Traum von der Teilnahme an Olympischen Spielen erfüllen will. Doch auf dem Weg nach Peking steht noch die Qualifikationsrunde (14. bis 20. Juli) in Athen auf dem Programm.

Hornets nun gegen die Spurs

Die Hornets treffen in der nächsten Play-off-Runde derweil auf die San Antonio Spurs, die gegen die Phoenix Suns durch das 92:87 ebenfalls den vierten Sieg einfahren und in die nächste Runde einziehen konnten. Die Detroit Pistons sind gegen die Philadelphia 76ers nach einem 98:81 mit 3:2 in Führung gegangen, während die Houston Rockets gegen die Utah Jazz durch ein 95:69 auf 2:3 verkürzen konnten.

Alle Ergebnisse auf einen Blick: