2008.04.30 Neuss : Deutsche Athleten in Schwarz und Weiß nach Peking

Bei der Präsentation der Bekleidung der deutschen Olympiamannschaft wurde das Outfit von allen Seiten gelobt. Aber auch dort blieb die Tibet-Problematik immer präsent.

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Bei der Kleidung der deutschen Athleten wird auf klassische Elemente gesetzt

Viel Lob für das künftige Olympia-Outfit und Bedauern darüber, dass die 29. Olympischen Spiele vom Konflikt um Tibet und die Menschenrechte überschattet werden: Dies spiegelte die Stimmung der deutschen Sportstars wider, die 100 Tage vor dem Auftakt in Peking (8. bis 24. August) am Mittwoch in der Modemetropole Düsseldorf die Olympiabekleidung präsentierten. Alle erhielten dabei auch den offiziellen Olympiapass, die Einkleidung erfolgt ab Juli in Mainz.

Die Ausrüstung für die rund 450 bis 470 Athleten der deutschen Olympiamannschaft besteht aus 63 Teilen, wurde in Farbe, Material und Schnitt den klimatischen Verhältnissen angepasst und kostet jeweils über 3000 Euro. Inklusive der Bekleidung für rund 300 Betreuer und Offizielle wird sie rund die Hälfte der fünf Millionen Euro ausmachen, die das deutsche Unternehmen Olympia kostet.

Das Tibet-Problem bewegt alle Athleten

"Für mich wäre es ein Opfer, wenn ich nicht bei der Eröffnung dabei wäre. Denn zweimal hatte ich bei Olympia anderntags ein Spiel und fehlte. Diesmal erst zwei Tage später. Wir werden in der Mannschaft abstimmen, ob wir einmarschieren oder aus Protest fernbleiben", meinte die Kölner Hockey-Olympiasiegerin Marion Rodewald. Schwimm-Europarekordler Helge Meeuw meinte, das Tibet-Problem bewege alle Athleten. Doch letztlich interessiere es keinen Menschen, wenn er deswegen drei Wochen nicht trainiere und am Ende hinterherschwimme.

"Die Ausstattung unserer Athleten entspricht höchsten Ansprüchen, sowohl den modischen Aspekt betreffend als auch die Funktionalität", erklärte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB). "Sie berücksichtigt natürlich die Witterungsbedingungen, die wir im August in Peking erwarten müssen", ergänzte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, Chef de Mission in Peking.

Vesper: "Wir wollen würdevolle Vertreter unseres Landes sein"

Vesper bekräftigte die drei Ziele des DOSB: "Wir wollen sportlich mindestens so gut abschneiden wie 2004. Wir wollen mit sauberen Mitteln erfolgreich sein, ohne Doping und Manipulation. Und wir wollen würdevolle Vertreter unseres Landes sein."

Dazu gehört auch ein gelungener Dress. "Ausgesprochen schön", fand Stabhochspringer Danny Ecker (Leverkusen), der zusammen mit Schwimm-As Helge Meeuw und Florett-Weltmeister Peter Joppich den Wettkampf-Dress präsentierte. Damen und Herren werden im Wettkampf in einem klassischen modernen Look in Schwarz und Weiß von Sportartikelhersteller adidas (seit 1928 bei Olympia) auftreten.

Der offizielle Anzug der Herren (Bäumler) besteht aus einem silberfarbenen Leinenanzug mit weißer Hose. Die Damen tragen außerhalb des Wettkampfs ein orangerot-weißes Outfit (Betty Barclay). "Gefällt mir gut", sagte Marion Rodewald, die die Kleidung zusammen mit Speerwurf-Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen) sowie Paralympicssiegerin Kirsten Bruhn (Schwimmen/Neumünster) über den Laufsteg trug.

Erstmals werden auch die Teilnehmer der vier Wochen später beginnenden Paralympics zusammen mit den Olympioniken ausgestattet.