2008.05.02 Neuss : Deutsche Langstreckler kämpfen um Peking-Tickets

Das Wochenende steht für die deutschen Langstreckler ganz im Zeichen der Olympia-Qualifikation. In Palo Alto/USA kämpfen Jan Fitschen und Sabrina Mockenhaupt um Peking-Tickets.

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Jan Fitschen kämpft um seine Olympia-Teilnahme

Nachdem die Rostocker Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch in Hamburg gescheitert ist, wollen die deutschen Langstreckler nun noch einmal alles geben, um die Olympia-Teilnahme zu sichern. Der zweite deutsche Langstrecken-Europameister Jan Fitschen (Wattenscheid) will am Sonntag nach dem Trainingslager in Portland/US-Bundesstaat Oregon im kalifornischen Palo Alto die Norm von 27:50 Minuten ("sie ist knallhart") schaffen. Die persönliche Bestzeit des Diplom-Physikers steht bei 28:10,94.

Fernduell zwischen "Miki" und "Mocki"

Ein Fern-Duell über 10.000m bestreiten am Wochenende die Langstrecken-Rivalinnen "Miki" und "Mocki". Während die frühere Europacupsiegerin Sabrina Mockenhaupt (Köln) nach dem Höhentraining in Flagstaff/US-Bundeesstaat Colorado in Palo Alto die Peking-Norm von 31:40 knacken will, ist London-Marathonsiegerin Irina Mikitenko (Wattenscheid) bei der 10.000-DM am Samstag in Menden/Sauerland am Start. Vor drei Wochen hatte sie in der britischen Hauptstadt in deutscher Rekordzeit von 2:24:14 Stunden Hoffnungen auf eine Olympiamedaille geweckt.

Insgesamt an vier Fronten kämpfen deutsche Langstreckler am Wochenende um Peking-Tickets. Der Düsseldorf-Marathon steht dabei am Sonntag stärker im Vordergrund als die zeitgleiche DM in Mainz.

In Düsseldorf starten drei Peking-Aspirantinnen

In Düsseldorf sind bei starker afrikanischer Konkurrenz mindestens zwei Peking-Aspirantinnen dabei. Am Start sind nach bereits erfüllter Norm Luminita Zaituc (Braunschweig/2:30:09), die den Streckenrekord hält in 2:26:44, und die Leverkusenerin Melanie Kraus (2:28:56). Tokio-Marathon-Siegerin Claudia Dreher (Burg/Sachsen-Anhalt) musste nach einem Trainingssturz kurzfristig absagen. Die frühere EM-Dritte Sonja Oberem (Düsseldorf/35) bezeichnet Olympia vor dem Karriereende nicht mehr als ihr Ziel. Bereits vier Läuferinnen haben die Norm von 2:31 Stunden schon unterboten.

Während Köln-Marathon-Siegerin Mockenhaupt (2:29:33) auf den Olympia-Marathon verzichten möchte, hofft die Saarbrückerin Susanne Hahn, sich als deutsche Meisterin mit Norm in Mainz ins Gespräch zu bringen. Dort will auch der in Hamburg in der Vorwoche ausgestiegene Martin Beckmann (Leinfelden-Echterdingen) kurzfristig noch einmal einen Angriff auf die 2:13 Stunden wagen. Bei den Männern hat ähnlich wie über 10.000m in Menden keiner eine Olympia-Chance. Der Chemnitzer Titelverteidiger Andre Pollmächer will am 31. Mai in Neerpelt/Belgien die bis 1. Juni zu erfüllende Norm laufen.

Ob Ulrike Maisch noch einen Anlauf nimmt, wird frühestens kommende Woche feststehen. Trainer Klaus-Peter Weippert sagt, sie habe sich dann wohl physisch und psychisch erholt und man wisse nach den Starts der anderen auch, welche Zeit notwendig sei.