2008.05.03 Neuss : Arslan und Wilson spucken große Töne vor WM-Kampf

Vor dem WM-Kampf in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle zeigen sowohl Firat Arslan als auch Darnell Wilson keine Nerven. Beide wollen den Titel mit aller Macht.

pk
Firat Arslan und Darnell Wilson liefern sich vor dem WM-Kampf einen verbalen Schlagabtausch

Die Box-Fans erwartet, den Aussagen der Kontrahenten Firat Arslan und Darnell Wilson nach zu urteilen, heute Abend in Stuttgart ein erbitterter Kampf. "Wir werden beide Schmerzen haben", so der WBA-Cruisergewichts-Weltmeister aus dem schwäbischen Süssen vor seiner ersten Titelverteidigung gegen den US-Amerikaner Wilson (23.00 Uhr/live im ZDF).

Arslan: "Ich lasse mir den erkämpften Titel nicht gleich wieder abnehmen"

Der angekündigte harte Fight schreckt den 37 Jahre alten Deutsch-Türken Arslan, der sich den WM-Gürtel im November 2007 durch einen Punktsieg gegen Box-Idol Virgil Hill (USA) gesichert hatte, aber nicht ab. "Ich habe zwar Respekt vor dem Gegner, der einen harten Schlag hat, aber ich habe nicht 20 Jahre hart gearbeitet, um mir den erst zuletzt erkämpften Titel gleich wieder abnehmen zu lassen", sagte der Rechtsausleger, der eine Bilanz von 28 Siegen (18 durch K.o.), drei Niederlagen und einem Remis vorzuweisen hat.

Nicht ganz so gut sieht die Statistik von Wilson aus. Der vom Weltverband WBA auf Platz 14 geführte US-Kämpfer, der sich in Florida auf den Kampf in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle vorbereitet hat, kassierte schon sechs Niederlagen bei 23 Siegen und drei Unentschieden.

Wilson: "Ich läute deine Glocke und schlage dich K.o."

Trotz des durchwachsenen Kampfrekords legte Wilson die gewohnt großspurige Boxer-Manier an den Tag. "Das wird ganz sicher keine Sache von zwölf Runden. Das geht bestimmt schneller", tönte der 33-Jährige aus Cleveland, der sich ein originelles Kampf-Motto ausgedacht hat: "Ich treffe dich, ich läute deine Glocke und schlage dich K.o."

Von den Ankündigungen Wilsons zeigte sich Arslan, der sich gemeinsam mit seinem Freund und Box-Kollegen Luan Krasniqi im Höhentrainingslager in Sölden auf den Kampf vorbereitet hat, allerdings nicht sonderlich beeindruckt: "Ich bin kein Mann der vielen Worte. Ich lasse Taten sprechen. Ich werde den Zuschauern etwas bieten", meinte der Boxer, der die letzte Vorbereitungsphase ohne seinen an einer Grippe erkrankten Trainer Michael Timm absolvieren musste.

Lokalmatadorin Graf verteidigt zwei WM-Titel

Das gleiche Ziel wie Arslan verfolgt auch Lokalmatadorin Alessia Graf. Die Doppel-Weltmeisterin trifft bei ihrem Heimspiel auf die Brasilianerin Rosilette Dos Santos und verteidigt ihre WM-Titel im Junior-Bantamgewicht der Verbände WIBF sowie GBU.

"Ich weiß nicht viel über meine Gegnerin. Aber sie muss im Ring ohnehin nach meiner Pfeife tanzen", sagte die gebürtige Weißrussin, die in ihren bisher 21 Profikämpfen nur eine Niederlage einstecken musste und achtmal vorzeitig gewann. Ihre Gegnerin aus Südamerika siegte in zwölf Fights zehnmal (sieben durch K.o.) und verließ den Ring zweimal als Verliererin.

Das Gefühl der Niederlage hat Schwergewichts-Hoffnung Alexander Dimitrenko bisher noch nicht kennengelernt. Der in Hamburg lebende Ukrainer, der alle seine bisherigen 27 Kämpfe gewann, trifft in Stuttgart auf Derric Rossy aus Puerto Rico und möchte mit einem weiteren Sieg dem großen Traum ein Stück näherkommen: "Ich will endlich um eine WM boxen."