2008.05.04 Neuss : Arslan nach Titelverteidigung voller Tatendrang

Bei Box-Profi Firat Arslan herrscht nach seiner ersten WM-Titelverteidigung große Erleichterung. Zudem plant der 37 Jahre alte Deutsch-Türke weitere Auftritte im Ring.

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Weltmeister Firat Arslan ist trotz seiner 37 Jahre noch nicht müde

Nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung zeigte sich der mittlerweile 37-Jährige Box-Weltmeister Firat Arslan erleichtert. "Der Druck, der auf den Schultern liegt, ist schon gewaltig. Und Zweifel gibt es immer. Aber ich habe es geschafft", sagte der Cruisergewichts-Weltmeister aus dem schwäbischen Süßen nach seinem erfolgreichen Kampf gegen den US-Amerikaner Darnell Wilson.

Zuvor hatte der Deutsch-Türke, der den im November 2007 gegen Ring-Idol Virgil Hill (USA) erkämpften WM-Gürtel des Weltverbands WBA zum ersten Mal verteidigen musste, seinen Gegner vor rund 5200 Zuschauern in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle in einem bis in den frühen Sonntagmorgen hinein verbissen geführten Kampf zermürbt. Ein einstimmer Punktsieg war der verdiente Lohn für Arslan, der wieder mal mit einer überragenden Kondition seine boxerischen Defizite ausgleichen konnte.

"Man muss sich seine Kräfte einteilen"

"Man muss sich seine Kräfte einteilen, denn wenn dir im Ring die Puste ausgeht, dann gehen auch ganz schnell die Lichter aus", meinte der als Trainingsfanatiker bekannte Champion, der seine extrem harte Kampf-Vorbereitung trotz seines fortgeschrittenen Alters beibehalten will: "Im Training gehe ich oft an die Grenzen. Da gibt es oft Momente, in denen ich kaputt bin. Aber dann raffe ich mich wieder auf. Ich kann nur durch harte Arbeit Weltmeister bleiben."

Um den Gürtel zu behalten, muss Arslan in seinem nächsten Kampf gegen den von der WBA an Nummer eins geführten Guillermo Jones aus Panama antreten. An diese Aufgabe wollte der Schwabe, der während des Fights und in den Tagen davor ohne seinen an einer Grippe erkranken Trainer Michael Thimm auskommen musste, aber noch nicht denken.

"Ich habe alle Kraft in diesen Kampf gesteckt. Ich wollte den WM-Titel nicht gleich wieder verlieren. Obwohl Wilson stark ist und ich großen Respekt vor ihm habe, habe ich dieses Ziel erreicht", sagte Arslan nach seinem 29. Sieg im 33. Profikampf.

Ihr Ziel hatte Doppel-Weltmeisterin Alesia Graf bereits zuvor erreicht. Die Lokalmatadorin verprügelte die völlig überforderte Rosillette dos Santos (Brasilien) derart heftig, dass Ringrichter Andre van Grootenbruel (Belgien) den ungleichen Kampf im Junior-Bantamgewicht in der fünften Runde abbrechen musste.

Dimitrenko hofft auf Kampf gegen Klitschko

Nicht allzu viel Arbeit musste auch Schwergewichts-Hoffnung Alexander Dimitrenko (Ukraine) verrichten. Der in Hamburg lebende Interkontinental-Meister des Verbands WBO feierte wie Graf einen Abbruchsieg in der fünften Runde gegen Derric Rossy (Puerto Rico). Nach dem 28. Sieg im 28. Kampf darf sich der 25-Jährige Hoffnungen auf einen Fight gegen Landsmann und Weltmeister Wladimir Klitschko machen.