2008.05.04 Neuss : Dittmer bangt um Olympia-Teilnahme

Eine Halswirbelblockade setzte Andreas Dittmer bei der zweiten nationalen Olympia-Qualifikation außer Gefecht. Nun muss der Neubrandenburger um die Teilnahme in Peking bangen.

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Olympia-Teilnahme in Gefahr: Andreas Dittmer

Der dreimalige Canadier-Olympiasieger Andreas Dittmer (Neubrandenburg) muss um seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking zittern. Nach seinem Einbruch bei der ersten Olympia-Qualifikation der Rennsportkanuten vor drei Wochen musste Dittmer beim zweiten nationalen Kräftemässen über 1000m auf Grund einer Halswirbelblockade passen."Ich konnte beim Einfahren den Kopf nicht nach links drehen. Ich bin aber optimistisch, dass sich das in ein paar Tagen wieder normalisiert", sagte Dittmer, der nun vor der internationalen Qualifikation in Szeged (6. bis 8. Juni) um das Peking-Ticket über seine Parade-Strecke bangen muss. Nach seinem Sieg am Samstag liegt er zumindest über die 500m auf Olympia-Kurs.

"Andreas Dittmer ist beim Weltcup in Szeged theoretisch über beide Strecken startberechtigt", sagte Chef-Bundestrainer Reiner Kießler. "Aber er muss vorher bei einer Leistungsdiagsnostik nachweisen, was er über 1000m kann." Eine faire Lösung in den Augen von Dittmer: "Die Trainer wissen, dass ich auch 1000m fahren kann. Ich bin recht optimistisch, im Trainingslager vor Szeged eine gute Zeit hinzulegen." Vor drei Wochen hatte er über die 500m aufgegeben und über die doppelte Distanz nur Rang acht belegt.

Brendel schärfster Dittmer-Konkurrent

Dittmers schärfster Konkurrent um die Olympia-Startplatz ist der 20-jährige Sebastian Brendel. Der Potsdamer gewann am Sonntag wie bereits vor drei Wochen auf der Regattabahn Wedau und will den Zweikampf mit dem 36 Jahre alten Konkurrenten annehmen: "Es gibt ja keinen Grund jetzt nachzulassen. Aber bei den Weltcups muss ich ihn wohl zweimal besiegen." Nur die 18 Athleten der Kernmannschaft können sich bereits in Szeged direkt für die Sommerspiele in Peking qualifizieren, eine Woche später bietet der Weltcup in Duisburg eine weitere Chance.

Von den deutschen Hoffnungsträgern glänzte Olympiasiegerin Katrin Wagner Augustin, die den zweiten Lauf über 500m am Sonntag vor Fanny Fischer (beide Potsdam) gewann. Nicole Reinhardt (Lampertheim) hatte am Samstag gewonnen, stieg aber vor dem zweiten Finalrennen wegen Magenproblemen aus. Ihre Ausnahmestellung im Zweier-Canadier unterstrichen Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Leipzig/Essen) mit ihrem souveränen 1000-m-Erfolg. Im Kajak-Einer sicherte sich Max Hoff den Sieg und die Chance, sich bei der EM (15. bis 18. Mai) in Mailand für Peking zu empfehlen.

Kießler: "Das sind natürlich schon Nadelstiche"

Aus gesundheitlichen Gründen waren die Kajak-Olympiasieger Tim Wieskötter (Potsdam) und Carolin Leonhardt (Mannheim) am Sonntag ebenfalls nicht am Start. Trotz einiger Baustellen in seiner Mannschaft bemüht sich Bundestrainer Kießler, die Ruhe zu bewahren: "Das sind natürlich schon Nadelstiche, da wird man schon irgendwann kribbelig. Deswegen ist es aber auch gut, so eine lange Qualifikationsphase zu haben."

Wieskötter plagten Probleme mit dem Zwerchfell und verzichtete deshalb als Vorsichtsmaßnahme auf den Einzelstart, da er die Vorbereitung im Zweier-Kajak mit Ronald Rauhe nicht gefährden will. Leonhardt, die wie Wieskötter und Rauhe schon ihre gute Form unter Beweis gestellt hatte, hat Probleme mit dem Ellenbogen und muss um ihren EM-Start fürchten. In Mailand können die Athleten zusätzlich zu den bei der WM im Vorjahr gesicherten Quotenplätzen weitere Peking-Tickets holen. Bei den Sommerspielen kann dann allerdings pro Strecke nur ein Boot startet. Eine Entscheidung zu den EM- und Weltcup-Teilnehmern fällt der Trainerrat am Montag.