2008.05.04 Neuss : Nordhorn hat eine Hand am EHF-Pokal

Bundesligist HSG Nordhorn hat das Final-Hinspiel um den EHF-Pokal gegen den FC Kopenhagen mit 31:27 gewonnen. Das Rückspiel findet am kommenden Sonntag in Kopenhagen statt.

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Die HSG Nordhorn hat das Final-Hinspiel im EHF-Pokal gewonnen

Der erste Pokal der Vereinsgeschichte ist für Bundesligist HSG Nordhorn in greifbare Nähe gerückt. Im Final-Hinspiel um den EHF-Pokal feierte die Mannschaft um den überragenden Weltmeister Holger Glandorf einen wichtigen 31:27 (15:15)-Sieg gegen den FC Kopenhagen. Damit verschaffte sich der Klub eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Sonntag in Dänemark (15.30 Uhr).

"Deutsche Dominanz" im EHF-Pokal

Dann könnten sich die Nordhorner zum Nachfolger des SC Magdeburg krönen und zudem die starke deutsche Tradition im EHF-Pokal fortsetzen: In den letzten zehn Jahren kam der Sieger achtmal aus Deutschland, seit dem Erfolg des THW Kiel 2004 ist der Pott sogar fest in schwarz-rot-goldener Hand.

Ohnehin könnten die Nordhorner der Bundesliga zum erneuten Triple auf europäischer Bühne verhelfen. Im Europapokal der Pokalsieger hoffen die Rhein-Neckar Löwen trotz einer 32:37-Niederlage im ersten Finale bei MKB Veszprem noch auf den Titel und am Sonntag will Triple-Sieger THW Kiel im Final-Hinspiel der Champions League bei Ciudad Real den Grundstein zum nächsten Triumph legen.

Im ausverkauften Nordhorner Euregium verbreiteten die 4000 Zuschauer schon vor dem Spiel beste Europacup-Stimmung, und entsprechend entschlossen legten die Gastgeber los. Aus einer starken Deckung heraus saßen vor allem die Tempogegenstöße über Kreisläufer Rastko Stojkovic (6 Tore). Nur Glandorf war mit acht Treffern am Ende noch erfolgreicher als der Serbe.

Doch gegen den norwegischen Nationaltorhüter Steinar Ege im Kopenhagener Tor leisteten sich die Nordhorner auch zu viele Fehlwürfe, so dass die schnellen Dänen zunächst immer im Spiel blieben.

Gentzel hält HSG im Spiel

Auf der HSG-Bank wurde es dann immer unruhiger, als die Gäste in der 25. Minute zwischenzeitlich sogar einen Zwei-Tore-Vorsprung herausgeworfen hatten. Auch dank Torwart Peter Gentzel ging die HSG dann aber noch mit einem Unentschieden in die Kabine und verschaffte sich Mitte des zweiten Durchgang schließlich den entscheidenden Vorteil.

Im Tor hielt der eingewechselte Nikolas Katsigiannis hinter einer verbesserten Abwehr immer mehr Bälle fest und im Angriff wurden Glandorf und Co. immer sicherer. Dank ihrer individuellen Klasse konnten die Kopenhagener eine allzu hohe Niederlage aber verhindern und dürfen sich damit ebenfalls weiter Hoffnungen auf den Titel machen.

Ohnehin sind die Nordhorner neun Jahre nach dem Aufstieg gewarnt, waren sie doch bislang immer kurz vor der Ziellinie gescheitert: 2002 reichte es in der Liga nur zur Vizemeisterschaft, 2006 war im Europapokal der Pokalsieger im Halbfinale Endstation und im DHB-Pokal scheiterte die HSG bereits viermal in der Vorschlussrunde.