2008.05.05 Neuss : Bielefeld: Verprügelter Ordner außer Lebensgefahr

Der Ordner, der beim Spiel Bielefeld-Bochum schwer verletzt wurde, schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Die Polizei sucht die Täter, ließ eine Verdächtige aber vorerst frei.

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Der beim Bundesligaspiel zwischen Arminia Bielefeld und dem VfL Bochum im Gästefanblock von randalierenden Hooligans schwer verletzte Ordner befindet sich außer Lebensgefahr. Das teilte die Polizei in Bielefeld am Montag unter Berufung auf Aussagen der behandelnden Ärzte mit. Der 34-Jährige liegt noch auf der Intensivstation des Krankenhauses Gilead in Bielefeld. Er soll operiert werden, sobald sich sein Zustand verbessert.

Der Mitarbeiter der privaten Sicherheitsfirma Germania war laut Polizeibericht im Block der Bochumer Gäste mit "Schlägen, Stößen und Tritten massiv angegriffen" worden und hatte laut Auskunft der Pressesprecher beider Klubs einen Schädel- sowie beidseitigen Kieferbruch erlitten.

Gefährliche Körperverletzung

Derweil laufen die Ermittlungen nach den Tätern auf Hochtouren. Die Polizei hatte nach Auswertung des Foto- und Videomaterials unter anderem eine 21 Jahre alte Tatverdächtige verhört, diese aber anschließend auf freien Fuß gesetzt. "Der Ordner ist im Block in eine Personenlücke gefallen und lag am Boden. Die Tatverdächtige soll von einem Wellenbrecher auf das Opfer gesprungen sein. Unklar ist, ob sie vorher geschubst wurde", sagte der Sprecher des Bielefelder Polizeipräsidiums, Michael Waldhecker, dem sid.

Fest stehe derzeit nur, dass es sich um eine gefährliche Körperverletzung handelt. Geklärt werden muss jedoch durch Zeugenbefragungen noch der genaue Tathergang sowie die Tatbeteiligung diverser Personen. Noch sei die Beweislage nicht eindeutig genug, so die Polizei, um Festnahmen durchzuführen. Ermittlungen zu den Vorkommnissen in Bielefeld hat auch der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eingeleitet und beide Klubs zu Stellungnahmen aufgefordert. Nach Vorliegen und Auswerten der Stellungnahmen werde über den weiteren Fortgang der Verfahren entschieden. Denn neben dem Angriff auf den Ordner sollen fünf Zuschauer nach einem im Bochumer Block gezündeten Kanonenschlag teilweise offene Wunden, Verbrennungen und Augenreizungen erlitten haben.